
"Volkswagen war einst das Symbol für das Wirtschaftswunder. Jetzt droht der Konzern zum Symbol für den Niedergang des Industriestandorts Deutschland zu werden. Zumindest, wenn die Verantwortlichen nicht schnell und mutig handeln. Denn was milliardenschwere Straf- und Entschädigungszahlungen nach dem Dieselskandal nicht vermochten, schafft nun eine aus Wolfsburger Sicht auf den Kopf gestellte Welt: Volkswagen wankt – unter dem Verlust der Technologieführerschaft bei E-Autos an chinesische Konkurrenten, unter US-Strafzöllen und nicht zuletzt unter eigenen Strategiefehlern."
Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen vermerkt:
"Nach China und – wegen der US-Zollpolitik – in die USA hat VW weniger Autos verkauft. Gerade China schmerzt. Die Konkurrenz dort macht den lange verwöhnten Wolfsburgern zu schaffen; mit weltweit erfolgreichen E-Autos etwa von BYD, Wey oder Geely. VW steuert mit der Strategie 'In China für China' dagegen – bei der Produktion und in Zusammenarbeit mit chinesischen Firmen auch bei der Entwicklung. Das hilft dem Weltkonzern global, dem Standort Deutschland – auch vielen Zulieferern hier – allerdings nur bedingt."
In der NEUEN OSNABRÜCKER ZEITUNG ist zu lesen:
"Kann Volkswagen die Kurve noch kriegen? Vielleicht, aber dafür müssten sich die Wolfsburger auf alte Stärke zurückbesinnen und wettbewerbsfähige Wagen bauen, die weltweit wieder für Perfektion und Innovation stehen. Und das geht weder mit einer 35-Stunden-Woche noch mit horrenden Gehältern für Manager, die zu wenig abliefern. VW bräuchte Macher und ein Aufbrechen der verkrusteten Machtstrukturen, in denen Land und Gewerkschaften nicht immer hilfreich agieren. Aber realistisch – so ehrlich muss man sein – klingt das nicht."
Und die MEDIENGRUPPE BAYERN sieht es so:
"Die Umsätze sinken, die Gewinne brechen weg, die Arbeitsplätze verschwinden, die Chinesen kommen. Die Bilanz des Volkswagen-Konzerns gibt nicht Anlass, ein Freudenfeuer zu entzünden. Andererseits: Eine Katastrophe um eine der deutschen Vorzeigefirmen ist auch in diesem Jahr nicht eingetroffen. Immer noch stehen für das Jahr 2025 unterm Strich fast sieben Milliarden Euro Gewinn. Behält der Konzern seinen Reformkurs bei und schafft es, die erwähnten Fehler abzustellen, kann er auch die jetzige Krise bewältigen."
