12. März 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird die Jahresbilanz von Rheinmetall. Das Unternehmen kündigte an, die Produktion weiter auszubauen.

Armin Papperger, Vorstandvorsitzender der Rheinmetall AG, steht nach der Bilanzpressekonferenz hinter einem Modell einer Lockheed Martin F-35A in der Konzernzentrale.
Rheinmetall vergrößert Gewinn (Rolf Vennenbernd/dpa)
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG schreibt dazu:
"Rekordzahlen bei Rheinmetall – schon wieder. Die Düsseldorfer Rüstungsschmiede wächst mit einer Geschwindigkeit, die erschaudern lässt. Denn der Konzern produziert ja nicht irgendwas, sondern Kriegswaffen. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ist aus dem Unternehmen ein Symbol der 'Zeitenwende' geworden. Knapp zehn Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025, prall gefüllte Auftragsbücher für die Zukunft – und die Anleger können sich über eine höhere Gewinnausschüttung freuen."
Auch die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG verweist auf den hohen Auftragsbestand:
"Um das abzuarbeiten, braucht es Personal. 10.000 Menschen im Jahr will Rheinmetall einstellen. Langfristig mag die Perspektive rosig sein: Die Verteidigungsausgaben steigen angesichts der anhaltenden Bedrohungslage. Doch muss der Konzern aufpassen, dass er sich nicht verzettelt. An zu vielen Fronten zu kämpfen, kann riskant werden. Aufträge zu bekommen, ist wichtig. Sie abzuarbeiten, noch wichtiger."
Im Gegensatz zu Rheinmetall steht die Automobilindustrie in Deutschland vor massiven finanziellen Problemen. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt auf die jüngsten Geschäftszahlen von Porsche:
"Der Gewinn kollabiert, die Nachfrage am Boden, die Aussichten düster. Es ist ein Absturz innerhalb weniger Jahre. Und die Stuttgarter sind nicht die Einzigen. Mercedes, Volkswagen, die Opel-Mutter Stellantis – überall kämpft Europas Autoindustrie mit einer Krise, die einfach nicht enden will. Oder: Ist das überhaupt noch eine Krise? Ist das nicht eigentlich etwas anderes, größeres, das da auf die wichtigste Industrie des Kontinents zurollt: ein ausgewachsener Strukturwandel, der gerade anfängt, sich erst durch die Bilanzen und bald auch durch die Werke der Konzerne frisst? Die Anzeichen dafür verdichten sich jedenfalls gerade mit jedem Quartal, in dem die Auto-Hersteller weitere schlechte Nachrichten veröffentlichen und zusätzliche Sparpakete verkünden."
Die BÖRSEN-ZEITUNG analysiert:
"Zu groß ist der Wettbewerbsdruck, vor allem im bedeutenden Einzelmarkt China. Der neue Porsche-Vorstandschef Leiters ist dort nicht bereit, im hart umkämpften Elektro-Segment hohe Preisnachlässe zu gewähren, um Marktanteile zu behaupten. In diesem schwierigen Umfeld mutiert Porsche im größten Automarkt der Welt zu einem Nischenanbieter im Luxusbereich, dem es immer schwerer fällt, aufstrebenden lokalen Adressen Paroli zu bieten. Mit neu aufgelegten Verbrenner-Fahrzeugen setzt Leiters stärker auf die Märkte USA und Westeuropa, während Porsche in China in der Defensive bleibt."