Thema ist zunächst das Übernahmeangebot der italienischen Großbank Unicredit für die Commerzbank. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG sieht vorerst keine zu großen Warnsignale im Angebot, mahnt aber dennoch zur Achtsamkeit. Dort heißt es:
"Zunächst einmal will der Unicredit-Vorstandsvorsitzende Andrea Orcel die Beteiligungsschwelle von 30 Prozent überschreiten, um, wie er sagt, den konstruktiven Dialog mit der Commerzbank zu vertiefen. Das klingt nicht nach einer raschen Komplettübernahme. Dennoch wäre Naivität unangebracht: Orcel wird mit einer höheren Beteiligung natürlich mehr Einfluss auf die Commerzbank anstreben. Und er wird ihn erhalten."
Sehr viel skeptischer zeigt sich die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:
"Dass es Orcel um Europa geht, wie er sagt, erscheint eher vorgeschoben. Hellhörig sollte die Bundesregierung auch machen, dass Orcel kürzlich in einem Interview behauptete, das Investmentbanking sei gar nicht so riskant, wie viele glaubten. Dabei ist Orcel mit einer großen Übernahme schon einmal spektakulär gescheitert: Als Investmentbanker bei Merrill Lynch beriet er 2007 die Royal Bank of Scotland bei der Übernahme der niederländischen ABNAmro. Wenig später brach die Finanzkrise aus. Es war die teuerste Bankenrettung in der europäischen Geschichte."
Themenwechsel. US-Präsident Trump hat die NATO zum Einsatz an der Straße von Hormus im Iran gedrängt, um die wirtschaftlichen Folgen des Krieges abzumildern. Die NATO hat abgelehnt - zurecht, meint der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER:
"Sollte die NATO sich jetzt zum Eingreifen erpressen lassen, dürfte bald ein Rückzug aller US-Truppen folgen, verbunden mit dem Hinweis, dass jetzt andere Köche in der Pflicht sind. Bei einer Eskalation oder weiteren globalen Wirtschaftsfolgen hätte Trump dann auch schnell einen passenden Sündenbock. Deswegen ist jeder Staatschef gut beraten, von diesem versalzenes Süppchen die Finger zu lassen."
Zuletzt der Blick auf die Autoindustrie. Der Autobauer VW hat in der vergangenen Woche seine Jahreszahlen veröffentlicht. Das HANDELSBLATT kommentiert die schwierige Lage der deutschen Autoindustrie:
"Wenn die Autobosse die miesen Standortbedingungen in Deutschland und die hohen Arbeitskosten anprangern, dann verschweigen sie gleichzeitig ihr eigenes Scheitern daran, innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Sie haben Trends wie die Batteriezellenproduktion verpasst, dilettantische Versuche in der Softwareentwicklung unternommen oder den Markt vollkommen falsch eingeschätzt und statt günstiger Elektroautos völlig überteuerte elektrische Sport- oder Nobelkarossen entwickelt, die von der gut betuchten Kundschaft auf der ganzen Welt bislang verschmäht werden."
