19. März 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Deutschlandfunk - Die Wirtschaftspresseschau.

Spritpreise leuchten rot auf einer schwarzen Anzeigetafel einer Tankstelle
Benzin- und Dieselpreise (picture alliance / Panama Pictures / Christoph Hardt)
Heute mit Kommentaren zu den gestiegenen Spritpreisen und der Forderung, die Steuern auf Benzin und Diesel zu senken. Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN sehen dabei Österreich als Vorbild für Deutschland:
"Erst verschärfte Wien die Preiserhöhungs-Bremse drastisch – jetzt geht man noch weiter und senkt die Mineralölsteuer. Eine wohltuende Vorbildfunktion erfüllt Kanzler Stocker auch in der Kommunikation: Der Staat dürfe nicht zum 'Krisenprofiteur' werden, mahnte er. Schließlich verdiene der Staat an jeder Preiserhöhung mit."
Der WESER-KURIER aus Bremen hält eine Steuersenkung dagegen für "nicht hilfreich":
"Die Preise schießen zwar wie eine Rakete in die Höhe, sinken aber nur leicht wie eine Feder wieder zu Boden. Eine Steuersenkung würde dazu führen, dass die Mineralölkonzerne noch ein zweites Mal kräftig Kasse machen können. Deshalb dürfte es erheblich mehr bringen, dass die Kartellbehörden den Konzernen künftig ganz genau auf die Finger schauen."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt auf die Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr und sieht die Gefahr, dass die Gewerkschaft Verdi es angesichts der hohen Benzinpreise übertreibt:
"Viele Pendler sind zunehmend genervt. Und diesmal ist zumindest auch das Timing besonders schlecht. Der Iran-Krieg hat in den vergangenen zwei Wochen die Spritpreise deutlich ansteigen lassen. Wer deshalb auf den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen wollte, wird nun daran gehindert. Die Gewerkschaft muss aufpassen, die Geduld nicht zu sehr zu strapazieren."
Die Börsen-Zeitung beschäftigt sich mit dem Vorschlag der EU-Kommission, eine neue Rechtsform für Unternehmen zuzulassen:
"Die 'EU Inc.' soll umgehend Geschäfte im gesamten Binnenmarkt ermöglichen. Was die konkrete Ausgestaltung angeht, werden zahlreiche Vorbehalte vorgetragen. Doch trotz der Einwände gibt es gute Gründe, den Vorstoß gutzuheißen. Allein, weil sich die EU damit aus der Lethargie jahrelanger Sonntagsreden befreit."
Ähnlich sieht es die F.A.Z., gibt aber zu bedenken: "Was verwundert, ist die ziemlich schrille Begleitmusik, mit der Kommissionspräsidentin von der Leyen ihren Vorschlag feiert. Natürlich kann sie nicht anders, will sie doch bis 2028 das ebenso überladene wie diffuse Ziel 'Ein Europa - ein Markt' verwirklichen. Und ja, die 'EU Inc.' sollte helfen, Hindernisse im Binnenmarkt abzubauen. Es ist aber nur der Beginn eines langen und hindernisreichen Weges."