
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt dazu:
"Die Zentralbanken haben die harte Kritik nicht vergessen, die sie für ihre grobe Unterschätzung des Inflationsschubs zu Beginn des Jahrzehnts einstecken mussten. Dementsprechend geben sie sich jetzt zu Recht sehr wachsam. Gleichwohl wäre ein vorschneller Vergleich mit dem Inflationsschub in der Pandemie wie auch mit dem Inflationsschub in der Ölkrise vor gut einem halben Jahrhundert trügerisch. In den beiden Episoden aus der Vergangenheit waren die Geld- wie die Finanzpolitik sehr expansiv gewesen. Aktuell ist zwar nicht nur in Deutschland die Finanzpolitik zu expansiv, aber die Geldpolitik hatte zuletzt weder in der Eurozone noch in den Vereinigten Staaten oder in Großbritannien über die Stränge geschlagen."
Das HANDELSBLATT glaubt:
"Investoren an den Finanzmärkten haben ihr Urteil längst gefällt. Die aus Zinsgeschäften abgeleiteten Inflationserwartungen sind merklich gestiegen, die Renditen von Bundesanleihen ebenfalls. Im Juni erwarten die Märkte eine Zinserhöhung, im Oktober die zweite. Die meisten Ökonomen in Geschäftsbanken sind da viel zurückhaltender. Sie packen das Lehrbuch aus, um zu erklären, warum die EZB vermutlich noch eine ganze Weile abwarten dürfte, sollte, müsste. 'Vorübergehend' ist für so manchen jetzt wieder das Wort der Stunde. Soll heißen: Die Inflation wird wieder sinken, wenn die Energiemärkte sich erst mal beruhigt haben. Doch viele Experten vernachlässigen in ihrer Kalkulation aktuell den menschlichen Faktor der Geldpolitik: Kein Euro-Hüter möchte sich nachsagen lassen, den gleichen Fehler innerhalb weniger Jahre zweimal zu machen."
Der Europäische Gerichtshof hat die sogenannte Trassenpreisbremse im Nahverkehr für rechtswidrig erklärt. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG verlangt:
"Bundesverkehrsminister Schnieder muss sich etwas einfallen lassen, um die Lage zu stabilisieren. Er muss ein neues, faires und tragfähiges System für die Trassenpreise präsentieren und dieses dann schnell umsetzen, ohne dass es von Gerichten zerpflückt wird. Die Preise für die Nutzung des Netzes sind hierzulande relativ hoch, die Schienen aber ziemlich marode, Verspätungen und Probleme die Folgen. Ein funktionierender Regionalverkehr, den sich alle leisten können, ist eine staatliche Kernaufgabe. Das muss oberste Priorität haben."
