30. März 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs:

Raffinerie Heide GmbH
Wegen des Iran-Kriegs mangelt es nicht nur an Öl für die Treibstoff-Produktion, sondern an einer Vielzahl von Rohstoffen für Produkte - ein Thema unserer Wirtschaftspresseschau. (IMAGO / Olaf Döring (Symbolbild))
"Zahlreiche Folgeprodukte der Erdöl- und Erdgasförderung werden knapp, vom Kunstdünger für die Landwirtschaft bis zum Helium für die Chipherstellung. Aus der Energiekrise entwickelt sich eine veritable Rohstoffkrise, und Märkte reagieren, wie Märkte nun einmal reagieren: Knappe Güter werden teurer, dafür reicht schon der befürchtete Mangel, lang bevor der physische eintritt. Katastrophenszenarien haben in einer solchen Situation ebenso Konjunktur wie Versuche, die resultierenden Preisschocks politisch zu dämpfen. Selbst wenn das gelänge, könnten sich solche Markteingriffe als schädlich erweisen. Denn ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte zeigt: Knappheiten führen zu Innovationen, die nicht nur das Vorkrisenniveau wieder herstellen, sondern neues Wachstum ermöglichen."
Das HANDELSBLATT greift die Diskussion um den Emissionshandel auf:
"80 Prozent der weltweiten Co2-Kosten fallen in Europa an. Dass es einer Reform des Emissionshandelssystems bedarf, wenn die energieintensive Industrie noch den Rest einer Chance haben soll, in Europa zu überleben, ist mittlerweile unumstritten. Die Reformpläne, die sich jetzt abzeichnen, sind allerdings vollkommen unzulänglich. Die Europäer müssen radikal umdenken, wenn das Emissionshandelssystem die Grundstoffindustrie nicht komplett abwürgen soll. Mit der jetzt geplanten 'Rekalibrierung' wird es nicht getan sein. Im Endeffekt kann das dazu führen, dass die Europäer ihre Klimaschutzziele anpassen müssen. Ist es das wert? Ja, ein Europa ohne Grundstoffindustrie kann nicht resilient und damit auch nicht dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich sein. Und ein deindustrialisiertes Europa wird niemals zum Vorbild im Klimaschutz."
Die Wirtschaftspolitik der SPD ist Thema in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG:
"Plötzlich heißt es, selbst in der SPD: mehr Schröder wagen. Die Republik steht vor einer Situation, in der fundamentale Entscheidungen nötig sind, gegen alle Widerstände. Denn Deutschlands Wirtschaft wächst nur noch im Bonsai-Bereich, viele Industriearbeitsplätze gehen verloren, netto erleiden viele Arbeitnehmer Verluste. Strukturen sind verkrustet, falsche Anreize locken zum frühzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt. Die SPD jedoch hat sich lange wie besessen an der angeblich unsozialen Agenda von ihrem Ex-Kanzler Schröder abgearbeitet, obwohl diese bei allen Fehlern und Härten die Zahl der Arbeitslosen sehr deutlich senkte. Ist Klingbeils großer Reformkatalog nun der große Wurf? Vieles spricht dafür."