
"Die Deutschen sparen. Aber eben nicht so, wie Sparkassen und Banken sich das wünschen würden. Aktien und ETFs, aus denen die Institute Provisionserträge generieren, lassen die Bundesbürger links liegen. Das Geld wandert nicht in die private Altersvorsorge, auch nicht auf die hohe Kante, sondern nur auf die niedrige. Die Vermögenssumme, die in Sichteinlagen parkt, also auf dem Girokonto oder dem Tagesgeldkonto, steigt kontinuierlich. Und das sind keine guten Nachrichten. Denn die Deutschen sparen nicht etwa, weil sie es können. Sie sparen am Konsum, einem wichtigen Teil der heimischen Wirtschaftsleistung."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE schreibt:
"Die Bundesregierung hat nun amtlich, dass die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges ihre Probleme bei den Verbrauchern verschärfen. Sie wollte bei Amtsantritt die Stimmung in diesem Land drehen. Für den Iran-Krieg kann sie nichts, aber auch ohne diesen wäre das kaum geglückt. Konsum hätte dabei ein Konjunkturtreiber werden können. Dass die Menschen in diesen Zeiten das Geld besonders locker sitzen haben, wird aber niemand erwarten. Die Lage wird schwieriger. Für Land und Schwarz-Rot."
Das HANDELSBLATT aus Düsseldorf notiert:
"Im vergangenen Monat ist der Dax um rund zehn Prozent gefallen und der US-Leitindex S&P 500 um sechs Prozent. Gemessen an den wirtschaftlichen Gefahren, die der Irankrieg heraufbeschwört, sind das vergleichsweise bescheidene Einbußen. Die Investoren hoffen, dass sich die Geschichte wiederholt und geopolitische Krisen die Börsen nur kurz ausbremsen. Doch ob dieses Kalkül aufgeht, ist völlig unklar. Gegenwärtig gibt es nur eine seriöse Prognose zum Krieg am Golf, und die ist ziemlich trivial – je länger die Kämpfe dauern, desto größer fallen die Schäden für die Weltwirtschaft und damit für die Kapitalmärkte aus."
Und die FRANKFURTER RUNDSCHAU erwartet:
"Das zweite Quartal wird bitter. Denn das Horten beginnt. Ein untrügliches Zeichen ist, dass China seine Ausfuhren von Kraft- und Brennstoffen drosselt, um auf Reserven für den Fall einer weiteren Verschärfung des Konflikts zurückgreifen zu können. Andere asiatische Länder rationieren aus demselben Grund den Verbrauch. Je stärker sich die Eichhörnchen-Mentalität ausbreitet, desto schneller rutscht die Weltwirtschaft von einer Preis- in eine toxische Versorgungskrise. Noch schwerer dürfte aber wiegen, dass gigantische Tanks im Nahen Osten randvoll sind – was die Ölförderer zwingt, Bohrlöcher stillzulegen. Die Folge: Selbst bei einer baldigen Öffnung der Meerenge dürfte es Monate dauern, bis der Ölmarkt wieder im Gleichgewicht ist."
