01. April 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kritisiert die Bürokratie der Europäischen Union:

Eine zerrissene EU-Fahne flattert am Fahnenmast.
Europa: viel Bürokratie statt Wettbewerbsfähigkeit. (Rupert Oberhäuser / imago-images)
"António Costa, der Präsident des Europäischen Rats, hat 2026 zum 'Jahr der europäischen Wettbewerbsfähigkeit' ausgerufen. Der Draghi-Bericht, in Brüssel längst zur Bibel erhoben, trägt den Titel 'Die Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit'. Und der Bundeskanzler lobt sich dafür, kürzlich durchgesetzt zu haben, dass Wettbewerbsfähigkeit in den Schlussfolgerungen der EU-Gipfeltreffen fortan immer an erster Stelle steht. Warum interessiert das niemanden? Wenn 'Wettbewerbsfähigkeit' für den Wunsch steht, dass es Europas Wirtschaft wieder besser gehen möge, fehlt es ja nicht an Problembewusstsein. Europa verliert den Anschluss, weil Produktivität und Innovationskraft der Unternehmen zu gering sind, die Energiepreise zu hoch, weil Bürokratie und Regulierungen nicht nur die Wirtschaft in den Mitgliedstaaten hemmen, sondern auch den Binnenmarkt behindern. Wenn der Bundeskanzler wie viele andere über die 'Brüsseler Bürokratie' murrt, darf er mit dem Abbau von Hemmnissen gerne zu Hause beginnen. Es geht da nicht nur um Bürokratieabbau, sondern auch um das Ende von Kleinstaaterei, etwa im Umgang mit der angeblich 'feindlichen' Übernahme der Commerzbank durch Unicredit."
Mit Blick auf die derzeitige Ölkrise fordert die FRANKFURTER RUNDSCHAU:
"Deutschland muss schneller raus aus der fossilen Abhängigkeit. Jeder Liter Sprit und Heizöl, jeder Kubikmeter Erdgas macht unser Land verwundbar – ökonomisch wie politisch. Deshalb ist der beschleunigte Umstieg auf Elektromobilität und auf Wärmepumpen im Heizungssektor keine Klimaschutznische, sondern eine Frage der Vernunft. Statt die Transformation voranzutreiben, plant die Merz-Koalition Rückschritte – so beim Verbrenner-Aus und beim Heizungsgesetz. Das ist falsch. Gebraucht werden Maßnahmen, die schnell wirken und den Strukturwandel beschleunigen. Für den Verkehr gibt es ein Rezept: Die Koalition sollte das Neun-Euro-Ticket wiederbeleben. Es zeigte 2022, dass günstiger ÖPNV Millionen Menschen zum Umsteigen bewegen kann. Wer Bus und Bahn so attraktiv macht, senkt nicht nur Emissionen, sondern auch die Kosten."
Das HANDELSBLATT blickt auf die Zinspolitik der EZB im Lichte der steigenden Inflation in der Eurozone:
"Die Spitzen der EZB sind bemüht, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. So nachvollziehbar das ist, müssen sie doch aufpassen, dass nicht der falsche Eindruck entsteht: Besser, sie erhöhen zweimal die Leitzinsen, um sich frühzeitig gegen Inflationsrisiken abzusichern, als wieder zu spät dran zu sein. Auch wenn das bedeuten könnte, dass die Zinsen nächstes Jahr schon wieder sinken."