
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt:
"Dies ist ein schwerer Schlag gegen die Hoffnung auf eine konjunkturelle Belebung, die irgendwann doch mal in einem sich selbst tragenden Aufschwung enden könnte. Die Wachstumsverluste aus dem Iran-bedingten Energiepreisschock veranschlagen die Ökonomen gerade mal mit einem Minus von 0,3 Prozentpunkten. Das heißt: Der größere Teil der schlechteren Aussichten ist nicht dem Irankrieg geschuldet, sondern der hausgemachten Schwäche. Die Ökonomen sehen eine gesunkene Wettbewerbsfähigkeit und obsolet gewordene Produktionskapazitäten. Die Lage der Industrie ist schlimmer als angenommen."
Die BÖRSEN-ZEITUNG plädiert dafür, die Produktivität in Deutschland zu erhöhen, etwa mit Künstlicher Intelligenz und Robotik:
"Diese drängen sich förmlich auf, um neue Wege zu gehen und nebenbei die demografische Lücke zu stopfen. Doch die Wirtschaftsforschungsinstitute sind skeptisch: Die Produktivität wird eher sinken, das Produktionspotenzial schwinden, erwarten sie. Und es gibt bislang keinerlei Signale, dass auf breiter Front in neue Technologien investiert wird, sie großflächig adaptiert und integriert werden. Zu sehr engen Regulierung und Bürokratie den Spielraum für die dafür nötige technologische Transformation ein. Und der Politik scheint Sozialpolitik wichtiger als Technologiepolitik."
Auch die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG fordert von der Politik, die Wachstumskräfte zu stärken und nennt Beispiele:
"Arbeits- und Energiekosten senken, Bürokratie abbauen, mehr und länger arbeiten, wer das kann. Jetzt erst recht die europäische Energiewende vorantreiben, um unabhängiger von Öl und Gas zu werden. Jetzt erst recht die europäische Verteidigung stärken und in die Unabhängigkeit von den USA und von China investieren, also auch eigene Rohstoffressourcen erschließen und Innovationen fördern.Wenn wir uns von den eingetrübten Aussichten nicht lähmen lassen, wenn sie Ansporn für die Politik sind, endlich beherzt zu reformieren, und die Menschen motivieren, ihr Bestes zu geben, dann braucht einem nicht angst und bange sein. Denn noch steht Europa zusammen und noch ist Deutschland ein verdammt starkes Land."
Die Zeitung ND WOCHE gibt zu bedenken:
"Wächst das Bruttoinlandsprodukt nicht spürbar, fallen die Steuereinnahmen des Staates geringer aus als veranschlagt. Gleiches gilt für die Beitragseinnahmen der Rentenkassen und Krankenversicherungen, da es am Arbeitsmarkt parallelzur Konjunktur auf- bzw. abwärts geht. Daher wird der ohnehin schon heftige Druck von rechts zunehmen, die Staatsausgaben zu kürzen und den Sozialstaat durch weitere Leistungseinschnitte zu 'reformieren'."
