07. April 2026
Die Wirtschaftspresseschau

In den Wirtschaftskommentaren der Zeitungen geht es unter anderem um den Iran-Krieg und dessen Folgen.

USPresident Donald Trump steht am Rednerpult und spricht in ein Mikrofon.
"Nur die Märkte gebieten US-Präsident Donald Trump Einhalt", so die Überzeugung der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG - eine Stimme unserer Wirtschaftspresseschau. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Alex Brandon)
Zunächst geht die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG der Frage nach, wer dem Machtstreben des US-Präsidenten Einhalt gebieten kann:
"Donald Trump wäre so gern ein König. Und er hat es auch schon sehr weit geschafft. Die Republikaner im Kongress erfüllen ihm beinahe jeden Wunsch. US-Außenminister Marco Rubio trägt ehrfürchtig die viel zu großen Lederschuhe, die ihm der US-Präsident offenbar geschenkt hat. Selbst die Richter des Supreme Court wagen nur hin und wieder mal Widerspruch. Viel fehlt also nicht mehr, bis die bald 250 Jahre alte amerikanische Demokratie von der Regentschaft Donald I. abgelöst wird – wäre da nicht diese eine Kraft, die sich Trump beharrlich widersetzt. Die Rede ist vom Kapitalismus. Die Unternehmen, die Weltwirtschaft, die Konsumenten – sie alle weigern sich, das zu tun, was Trump von ihnen verlangt."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg blickt auf die wegen des Iran-Kriegs steigenden Treibstoffpreise in Deutschland:
"Die Hoffnungen waren groß, doch die von der Bundesregierung verfügte 12-Uhr-Regel für Tankstellen ist krachend gescheitert: Statt die explodierten Spritpreise zu drücken, wirkt sie im Gegenteil wie ein Preis-Turbo. Und die Regierung hat keinen klaren Plan B. Nun kommt der CDU-Sozialflügel mit der Forderung nach Streichung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel um die Ecke, um auch Menschen mit wenig Geld zu entlasten. Gut gemeint zwar – aber diesen milliardenschweren Steuerverzicht kann sich der Staat aktuell nicht leisten. Auch der Wirtschaft wäre kaum geholfen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG wundert sich über das Hin und Her in der Frage der Mehrwertsteuer:
"Vor Ostern ging es in Berlin noch darum, ob und wie die Mehrwertsteuer erhöht werden sollte. Jetzt sind vom DGB bis zum Unions-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn plötzlich alle überzeugt: Die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel muss runter."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE geht auf weitere Reform-Initiativen der Bundesregierung und deren wirtschaftliche Konsequenzen ein:
"Mit Vorstößen, die einseitig zulasten von Arbeitnehmern gehen, ihnen plump mehr Arbeit bei weniger Freizeit abfordert, zerschlägt die Union unnötig viel Porzellan. Denn allerorten herrschen Erschöpfung und das böse Gefühl, dass derjenige der Dumme ist, der sich jeden Tag abrackert und brav seine Steuern zahlt. Auf der anderen Seite täte die SPD gut daran, ihre unbändige Lust, den 'Reichen' noch tiefer in die Tasche zu greifen, etwas zu dämpfen. Viele Leistungsträger und Unternehmer schielen ohnehin schon in Länder, in denen sie weniger geschröpft werden."