08. April 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird das Haushaltsdefizit der öffentlichen Kassen in Deutschland. Trotz gestiegener Einnahmen ist das Milliardenloch erneut größer geworden. Das Magazin CICERO analysiert:

Das Gebäude des Bundesfinanzministeriums von außen
Das Milliardenloch in den öffentlichen Kassen in Deutschland ist im vergangenen Jahr erneut größer geworden. (Symbolbild) (picture alliance / rolf kremming / Rolf Kremming)
"Während die deutsche Wirtschaft im Jahr 2025 nur um 0,2 Prozent wuchs, nahm der Staat den Steuerzahlern 5,2 Prozent mehr vom Erarbeiteten ab. Die Wertschöpfung stagniert wegen gängelnder staatlicher Politik, aber der Staat mästet sich selbst hemmungslos auf Kosten der Steuerzahler – und in Form von Schulden schröpft er sogar die zukünftige Arbeitsleistung von Kindern und Ungeborenen. Man muss sich klarmachen, was das bedeutet: Dieser Staat handelt mittlerweile wie ein schlecht wirtschaftender, ausbeuterischer Feudalherr, der seinen Untertanen erst das Wasser abgräbt und ihnen dann auch noch einen größeren Anteil von den geringer gewordenen Erträgen abknöpft."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG merkt an, dass die Länder ihre Finanzierungslücke teils schließen konnten:
"Wer da auf die Idee kommen sollte, dass die vergleichsweise gut aufgestellten Länder nun den Bund unterstützen würden, täuscht sich schwer. Das Gegenteil ist der Fall. Finanzminister Klingbeil bereitet gerade ein Gesetz vor, das allen Ländern etwas geben soll: finanzstarken, finanzschwachen, ostdeutschen. Dass dies CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag so vorgezeichnet haben, macht die Sache nicht besser. Damals haben Mitglieder aus Landesregierungen in den Verhandlungen kräftig mitgemischt - natürlich in ihrem eigenen Sinne. Das Ganze ist keine neue Entwicklung. Regelmäßig verliert der Bund in wichtigen Verteilungsfragen. Der Kampf einer gegen sechzehn ist kaum zu gewinnen. Das Ergebnis ist allzu oft nicht sachgerecht, aber selten war es so abwegig wie derzeit."
Zuletzt eine Stimme aus dem HANDELSBLATT zum Thema Künstliche Intelligenz in Europa. In den vergangenen Wochen haben mehrere europäische KI-Start-ups Finanzierungsrunden abgeschlossen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären:
"Europa verfügt über exzellente Forschung, talentierte Entwickler und zunehmend ambitionierte Gründer. Lange fehlten vor allem Kapital und Vertrauen. Heute besteht der Engpass an einer anderen Stelle – bei den Kunden. Das ist ein strukturelles Problem. Ein Ökosystem entsteht nicht nur durch Gründer und Investoren, sondern auch durch Käufer. Deshalb braucht es jetzt mehr Mut auf der Nachfrageseite. Europäische Unternehmen müssen KI schneller einsetzen und dabei bewusst auch auf europäische Anbieter setzen. Selbst wenn deren Lösungen anfangs teurer oder weniger ausgereift erscheinen. Europa hat erstmals seit Jahren echten Rückenwind im KI-Rennen. Das Momentum ist da. Die Frage ist nur, ob Europa es dieses Mal wirklich nutzt."