10. April 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Ein Thema in den Kommentaren ist die Debatte über mögliche Entlastungen angesichts hoher Kraftstoffpreise.

Symbolfoto Tanken, Spritpreise und steigende Energie-Kosten
Viele Bürger hoffen auf schnelle Hilfen wegen der hohen Kraftstoffpreise (Symbolbild). (picture alliance/pressefoto korb)
Die WIRTSCHAFTSWOCHE erläutert:
"Nach der wochenlangen Blockade der Straße von Hormus fehlen dem Weltmarkt Hunderte Millionen Barrel Öl. In dieser Lage übernimmt der Preis eine unangenehme, aber notwendige Funktion: Er drosselt die Nachfrage, damit es nicht zu Engpässen kommt. Natürlich ist das Auto für viele unverzichtbar: für Pendler, Pflegedienste, Handwerker, Schichtarbeiter, Menschen auf dem Land. Daraus folgt aber nicht, dass der Staat nun allen Autofahrern den Kraftstoff verbilligen sollte. Die Bundesregierung soll helfen, aber gezielt – indem sie etwa für Menschen mit sehr niedrigen Einkommen die Grundsicherung etwas anhebt und Berufsgruppen steuerlich entlastet, die besonders hart getroffen sind."
Das HANDELSBLATT bemerkt zu Bundesfinanzminister Klingbeil, der vor seiner heutigen Energiepreis-Konferenz eine Übergewinnsteuer für die Mineralölkonzerne vorgeschlagen hat:
"Wenn Klingbeil seine politische Haut retten will, muss er endlich eine durchdachte Angebotspolitik vorlegen und in der SPD Mehrheiten organisieren. Populistische Schnellschüsse helfen nicht. Statt das 'Osterloch' mit unausgegorenen Ideen zu füllen, sollte er den Kurs korrigieren und zeigen, dass Politik mehr kann als kurzfristig für Aufmerksamkeit zu sorgen – sonst wird aus dem Benzin-Bumerang ein politisches Eigentor."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG gibt zu bedenken:
"Der gewitzte Staatsbürger weiß: Das Zückerchen der steuerlichen Entlastung heute muss er morgen mit höheren Steuern oder mit noch mehr Staatsschulden finanzieren. Die Aussicht auf politische Markteingriffe und ihre späten Folgen belastet das Wachstum mindestens so stark wie vorübergehend höhere Spritpreise. Besser wäre es, die Regierung bewahrte an der Zapfsäule Ruhe und lenkte ihre Energie auf die Stellen, an denen echte Wachstumspolitik nottäte."
Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg beschäftigt sich mit der Zahl der Firmeninsolvenzen, die im ersten Quartal auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren gestiegen ist:
"Wären die Rahmenbedingungen besser, würden weniger Unternehmen in den Abgrund gedrängt. An einem großen Teil dieser Stellschrauben kann man selbst drehen. Dazu zählt zum Beispiel eine Steuerreform, die den Standort Bundesrepublik attraktiver für Investitionen macht. Auch mehr Vertrauen in das Handeln von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zu haben, anstatt sie mit überflüssigen Regeln und Papierkram gängeln zu wollen, wäre sinnvoll."