17. April 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Der CICERO kritisiert die teilweise Absenkung der Energiesteuer an Tankstellen in Deutschland:

Das Bild zeigt Tanker in der Straße von Hormus, im Vordergrund Fischerboote.
Straße von Hormus: Kommen Blockaden weltweit bald häufiger? (Kamran Jebreili/AP/dpa)
"Bei kaum einer Entlastungsmaßnahme der vergangenen Jahre waren die Ökonomen, und zwar unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung, derart vereint in ihrer Kritik am staatlichen Rumfummeln in den Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage. Das Gegenteil von 'gut' ist gewiss nicht immer 'gut gemeint'. Wenn deutsche Volksvertreter sich darum bemühen, geopolitische Großlagen in praktischen Portemonnaie-Populismus umzumünzen, allerdings schon. Das zeigt sich auch jetzt wieder in aller Schärfe: Je größer die Krise, desto kopfloser wirken die Konzepte zu deren Bewältigung."
Das HANDELSBLATT befüchtet, dass die Blockade der Straße von Hormus künftig Schule machen könnte:
"Sollte sich die Blockade von Schifffahrtsstraßen als neues Mittel zur Erreichung geopolitischer Ziele etablieren, könnten die Folgen für die Weltwirtschaft verheerend sein. Und es gibt viele solcher kritischen Verkehrswege. Die Straße von Malakka gehört dazu, ebenso der Zugang zum Suezkanal über den Golf von Aden. Oder warum nicht den Panamakanal, der ohnehin zur Einflusssphäre der USA gehört, erobern und als erpresserisches Mittel einsetzen, wie es Trump offenbar vorschwebt? Die neue erpresserische Blockade-Manie ist nichts weiter als ein weiteres Symptom für den allgemeinen Sittenverfall in der Weltpolitik, angetrieben nicht nur von Wladimir Putin und Co., sondern auch vom amerikanischen Präsidenten höchstpersönlich."
Die F.A.Z schreibt zum Abbau von 28.000 Stellen bei Bosch, der für das Unternehmen teuer wird:
"Auch wenn die Milliarden den ausscheidenden Mitarbeitern in Form von Abfindungen und Vorruhestandsregelungen zugutekommen, ist die Frage berechtigt, ob die Mittel nicht in der Entwicklung innovativer Produkte und damit der Sicherung zukunftsfähiger Arbeitsplätze besser angelegt wären. Aus einer Standortperspektive ist es am Ende egal, was schwerer wiegt: ob Bosch die innovativen Produkte fehlen, die sich auch in Waiblingen und Bretten produzieren lassen, oder ob es die Rahmenbedingungen sind, die genau das verhindern. Denn um die Wirtschaft in Deutschland wieder auf Wachstumskurs zu bringen, braucht es beides: Produkte, die sich von denen der Wettbewerber abheben, und wettbewerbsfähige Standortbedingungen."
Das DARMSTÄDTER ECHO blickt auf das Aus für die Lufthansa City Line:
"Erst feiern, dann feuern: Am Tag nach der 100-Jahr-Feier zieht die Lufthansa der bestreikten Tochter Cityline den Stecker. Selten ist ein Konzern schäbiger mit Personal umgegangen. Mit ihrer hohen Streikbereitschaft und einem Arbeitskampf zum Jubiläum haben auch die Gewerkschaften Cockpit und UFO ihren Teil zur Eskalation beigetragen. Doch ist die Reaktion des Managements darauf maximal unsouverän. Wer so agiert wie die Lufthansa-Spitze, ruiniert das Betriebsklima und gefährdet die eigene Zukunft."