18. April 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die Kommentare beschäftigen sich unter anderem mit dem möglichem Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung der Straße von Hormus. Dazu gibt die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus zu bedenken:

    Drei Männer und eine Frau schreiten entlang verschiedener Flaggen.
    Frankreichs Präsident Macron hat Bundeskanzler Merz, den britischen Premierminister Starmer und die italienische Ministerpräsidentin Meloni in Paris zu einer Konferenz zur Straße von Hormus empfangen. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Jeanne Accorsini)
    "Es ist auf der einen Seite wunderbar, dass Europa endlich im eigenen Interesse strategisch vorausdenkt. Die Europäer müssen nur aufpassen, dass sie sich nicht zum Knecht ständig wechselnder Ziele des US-Präsidenten machen. Der Trumpsche Dauer-Alarm-Modus ist kein guter Taktgeber, wenn man nicht zum reinen Auslöffler der Suppe werden will, die andere einem eingebrockt haben."
    "Nein, der von Donald Trump und Benjamin Netanjahu begonnene Krieg ist nicht unser Krieg", schreibt das REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND, und fährt fort:
    "Aber die Bombardierung Teherans und die Blockade der Meerenge von Hormus sind für uns ein gewaltiges Problem geworden. Deswegen, so bitter es ist, kann die Bundesregierung sich aus einer Sicherung dort nicht heraushalten. Auch Deutschland ist bedauerlicherweise abhängig von fossilen Energien aus anderen Staaten. Viele Deutsche werden eine solche Auslandsmission dennoch kritisch sehen. Die Bereitschaft, noch mehr Verantwortung in der Welt zu übernehmen, sinkt, je höher die Preise hierzulande steigen. Nur: Wenn wir es nicht tun, wird die Gefahr für unsere Wirtschaft und unseren Frieden noch größer."
    Themenwechsel. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG analysiert nach den Diskussionen um Entlastungen bei den Spritpreisen die Lage für Wirtschaftsministerin Reiche, und fasst zusammen:
    "Bemerkenswerte Tage liegen hinter Reiche. Am Freitag voriger Woche hatte der Kanzler sie gerügt, er sei „befremdet“ von dem öffentlichen Schlagabtausch, den sie sich mit Vizekanzler Lars Klingbeil geliefert hatte. Doch wer da glaubte, das hätte den Anfang vom Ende der zweiten politischen Karriere der Katherina Reiche markiert, der durfte später feststellen: Eher das Gegenteil ist der Fall. Beispiel Entlastungen: Tankrabatte hatte sie abgelehnt. Hohe Preise hätten in der Marktwirtschaft schließlich eine Funktion, findet Reiche – sie regen zum Sparen an. Nahezu alle Ökonomen sehen das auch so. Doch die Spitzen der Koalition beschlossen den Rabatt trotzdem. Und Reiche steht da wie die letzte Verfechterin der reinen Lehre."
    "Das ging flott",
    schreibt der MÜNCHNER MERKUR zum Streit zwischen Reiche und ihren Kollegen.
    "Nach nur einem Jahr ist die schwarz-rote Merz-Koalition schon im Ampel-Sandkasten angekommen. Weil Katherina Reiche Lars Klingbeil bei der Übergewinnsteuer abblitzen ließ, revanchiert der sich jetzt mit einem Veto gegen Reiches Energiepläne. Nimmst du mir mein Schäufelchen, nehm ich dir deins. Reiche wolle die Energiewende ausbremsen, schimpft Klingbeil. Für einen Finanzminister ist das eine bemerkenswert unterkomplexe Argumentation."