
Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen kommentiert dazu:
"Es ist richtig, dass Ökonomen auf ein mögliches Kerosinproblem im Sommer hinweisen – denn Europa importiert nun mal mehr als 50 Prozent seines Flugbenzins aus dem Nahen Osten. Aber gerade weil die Stimmung im Land seit Monaten angespannt ist, müssen die verantwortlichen Politiker jetzt ruhig und besonnen handeln – und nicht erneut so zerstritten auftreten wie bei den Maßnahmen zur Senkung der Spritpreise. Wer Konflikte zwischen Ministerien offen austrägt, schürt weiter Ängste bei den Bürgern."
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN warnen:
"Es drohen Engpässe, Preissprünge und das Streichen von Flügen. Womöglich platzen da Urlaubsträume. Doch auch da spielt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die Haupt-Bremserin der Energiewende, die Risiken herunter. Eine leichtfertige Politik. Sie verlängert riskante Abhängigkeiten und verzögert die eigene Versorgungssicherheit. Und sie vermeidet klare Signale, die Wirkung zeigen."
Das HANDELSBLATT kommentiert die Aussage der Bundeswirtschaftsministerin, es brauche Gespräche für mehr Raffineriekapazitäten in Deutschland:
"In anderen europäischen Ländern sind die Bedingungen günstiger. Raffinerien haben dort eine Zukunftsperspektive. In Deutschland ist die Branche in der Defensive. Politiker sehen Raffinerien als Symbole eines fossilen Zeitalters, das sie längst hinter sich gelassen haben wollen. Dabei sollten sie den Raffinerien die Transformation zur Klimaneutralität ermöglichen, statt sie rundheraus abzulehnen."
Themenwechsel. Bei den Bürgerentscheiden in Nordrhein-Westfalen hat es am Sonntagabend eine deutliche Mehrheit für eine Olympiabewerbung der Region Rhein-Ruhr gegeben. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG gibt zu bedenken:
"Ein Wermutstropfen dieser Bewerbungen ist die Lage der Städte, die sich da ins Zeug legen: Sie sind allesamt hoch verschuldet. In NRW erlaubt die Kasse nur trocken Brot. Umso mehr wollen die Bewohner die Spiele. Markus Söder kann sich immerhin zugutehalten, dass Bayern genug Mittel hat, Olympia zu unterstützen. Hendrik Wüst kann das nicht."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER hält dagegen:
"Der Einwand, Köln und die Region hätten wahrlich andere Sorgen als Olympia, stimmt – und verfehlt doch den Punkt. Eben weil Köln so viel aufzuholen hat, kann die Olympiabewerbung der entscheidende Hebel sein. Sie bündelt politischen Willen. Sie zieht Mittel von Land und Bund an, die sonst anderswo eingesetzt würden. Sie zwingt dazu, Dinge zusammenzudenken, die sonst nebeneinander herlaufen."
