24. April 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU kommentiert die Übernahme des Bezahlsenders Sky durch RTL:

    Das Bild zeigt den Hauptsitz des Medienunternehmes RTL Deutschland in den Rheinhallen in Köln-Deutz.
    RTL: Der größte deutsche Privatsender übernimmt den Bezahlsender Sky. (picture alliance / / Daniel Kalker)
    "Zwei Streamer bündeln ihre Kräfte und wollen jährlich 2,5 Milliarden Euro in Inhalte stecken. Das sind erste Anzeichen einer längst fälligen Bereinigung im übersättigten Streamingmarkt, auf dem sich in Deutschland mehr als 25 Anbieter drängeln. Die wenigsten werden überlebensfähig sein. Was im branchenüblichen Getöse aber untergeht: Für RTL dürfte es die letzte Chance sein, hierzulande auf Augenhöhe zu bleiben mit den globalen Giganten auf dem Zukunftsmarkt Streaming. Sky und RTL mit seiner Streamingtochter RTL+ kommen auf gut zwölf Millionen Abonnenten. Das klingt nach viel – bedeutet aber nur Platz drei hinter Amazon Prime und Netflix. Der Deal bringt keine Erfolgsgarantie. Die Chancen aber, im harten Ringen um die Zukunft des Fernsehens nicht unter die Räder zu kommen, sind für RTL gestiegen."
    Die F.A.Z. schreibt zur jüngsten Entwicklung bei den Wohnungspreisen:
    "Der deutsche Immobilienmarkt atmet wieder auf. Zumindest ein wenig. Nach dem harten Einbruch infolge der Zinswende 2022 zeigt das Barometer wieder nach oben: Wohnimmobilienpreise nähern sich ihren Rekordwerten, auch Gewerbeimmobilien ziehen nach. Der Verband Deutscher Pfandbriefbanken spricht gar von einer spürbaren Erholung. Das ist keine Kleinigkeit nach Jahren des Drucks. Doch die Erleichterung kommt auch mit Nachteilen. Denn was für Eigentümer und Investoren erfreulich klingt, verschärft für Mieter die Lage weiter. Steigende Mieten und Preisprognosen in einem Korridor von 2,5 bis 4,5 Prozent für 2026 sind das Spiegelbild eines strukturellen Problems in diesem Land: Deutschland baut schlicht zu wenig Wohnungen."
    Die AUGSBURGER ALLGEMEINE wirft einen Blick auf das erste Amtsjahr von Digitalminister Wildberger:
    "Was hat Wildberger erreicht? Er kann Erfolge vorweisen. Sein Ministerium hat eine Modernisierungsagenda auf den Weg gebracht, Berichtspflichten für Unternehmen abgebaut, im nächsten Jahr soll der digitale Ausweis kommen. Aber ausgerechnet bei dem Thema, das Wildberger eine 'Herzensangelegenheit' nennt, ist bisher quasi nichts passiert: bei digitaler Souveränität. Deutschland ist in hohem Maße abhängig von US-Tech-Konzernen. Zunehmend. Beispiel: Allein für die Bundesverwaltung hat Deutschland im vergangenen Jahr 481 Millionen Euro Lizenzgebühren an Microsoft bezahlt. Im Jahr zuvor waren es noch 348 Millionen. Statt wie Frankreich auf das quelloffene Programm Linux umzusteigen, geht Deutschland den gegenteiligen und falschen Weg. Die Verantwortung liegt auch bei der Vorgängerregierung, keine Frage. Aber eine echte Agenda, wie man den Trend umkehrt, ist kaum erkennbar."