27. April 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert werden die Reformprojekte der Bundesregierung sowie die Lage der deutschen Autoindustrie auf dem Absatzmarkt China.

Das Foto zeigt Besucher der internationalen Automesse in Peking. Sie betrachten das Modell BMW i7.
In Peking findet die internationale Messe "Auto China" 2026 statt. (dpa-news/Andy Wong)
Dazu schreibt das HANDELSBLATT:
"Auf der Automesse in Peking versuchen deutsche Autobauer mit historischen Modellen auf ihre lange Erfahrung im Fahrzeugbau hinzuweisen und sich so von der chinesischen Konkurrenz abzuheben. Doch mit der Vergangenheit lässt sich kein Geld verdienen. Vorbei sind die Zeiten, in denen der weltgrößte Automarkt bei den deutschen Herstellern für Milliardengewinne und hohe Renditen stand. Die Gegenwart ist ernüchternd. Deutsche Autobauer verlieren in der Volksrepublik immer mehr Marktanteile. Die erste Generation der Stromer aus deutscher Produktion fiel bei der Mehrheit der chinesischen Kunden durch. Doch klar ist: Die deutschen Hersteller holen auf. Ungewiss bleibt, ob das im umkämpftesten Markt der Welt ausreicht. Mehr als 100 Marken buhlen um die Gunst der chinesischen Kunden. Das führt zu einem ruinösen Preiswettbewerb mit hohen Rabatten, bei dem die meisten Marken kein Geld verdienen."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt auf die geplanten Reformen in Deutschland:
"Zu lange haben frühere Regierungen zugewartet, das Land zu erneuern, allen voran CDU-Kanzlerin Merkel in ihrer übertrieben langen, sechzehnjährigen Amtszeit. Dadurch wurde das Land an einen Punkt geschleift, an dem sich die demografischen Belastungen für Rente, Gesundheit und Pflege nicht mehr weglächeln lassen. Die Beiträge, die Arbeitende und Unternehmen in die Sozialkassen zahlen, drohen deutlich zu steigen – sodass Beschäftigten Einkommen fehlt und Arbeitsplätze in Deutschland noch teurer werden. Alle sollten ihren Teil leisten, um die Sozialversicherungen zu stabilisieren. Doch Reformen sind riskant. Es reicht leider nicht, darauf zu vertrauen, die Mehrheit der Menschen sehe ein, dass sich etwas ändern sollte. Daher ist es politisch entscheidend, das Reformpaket so auszugestalten, dass es gerecht ist und wirtschaftliches Wachstum erzeugt. Das lässt sich zum Beispiel erreichen, indem die Regierung mehr Anreize schafft, zu arbeiten."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE sieht es so:
"Gesundheits-, Renten- und Steuersysteme flott machen, die Wirtschaft wieder konkurrenzfähig, Wohnen, Heizen und Autofahren bezahlbar, die Bundeswehr verteidigungstüchtig – die ganz große Mehrheit der Menschen im Land wünscht sich das. Und ist bereit, selbst dafür einen Beitrag zu leisten, auch Einschnitte hinzunehmen. Doch die Regierung vermag sich nicht auf beherzte gemeinsame Schritte zu einigen. Nichts ist es mit dem versprochenen großen Reformpaket aus einem Guss, stattdessen Stückwerk und Streit wie zu schlimmsten Ampelzeiten."