
Wichtig sei dabei vor allem, dass Süßwaren teurer würden, meint DIE ZEIT:
"Die Deutschen essen zu süß, zu fett, zu viel. Eine Zuckersteuer könnte ebenso dagegen helfen wie ein beliebter Trick der Süßwarenindustrie: die Shrinkflation.Gemeint ist die Masche vieler Lebensmittelhersteller, die Preise für ihre Produkte dadurch zu erhöhen, dass sie einfach die Packung oder deren Inhalt verkleinern. Ist es eine Verbrauchertäuschung, wenn nur noch 90 statt 100 Gramm in der Packung sind? Das klingt nach einem klassischen Fall von Abzocke. Doch die Empörung übersieht einen unbequemen Zusammenhang: Die Deutschen essen ohnehin das Falsche. Ob Süßwaren wegen einer Zuckersteuer, wegen Shrinkflation oder wegen beidem teurer werden, ist eigentlich egal. Man kann nicht gleichzeitig fordern, das Zeug solle teurer werden, damit weniger konsumiert wird, und gleichzeitig billiger, damit bitte niemand verzichten müsse."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU beschäftigt sich mit der Debatte über den neuen EU-Haushalt:
"Die EU-Abgeordneten gehen zu Beginn der erwartet harten Verhandlungen über den siebenjährigen EU-Etat auf Konfrontationskurs mit Nettozahlern wie Deutschland oder den Niederlanden. Sie wollen zu Recht vom Jahr 2028 an den Anteil der Eigenmittel am gemeinsamen Haushalt der Europäischen Union erhöhen und gehen damit über den Vorschlag der Kommission hinaus. Schließlich müssen die finanziellen Mittel mit den steigenden Ansprüchen an Brüssel wachsen. Und da die Verantwortlichen in den EU-Hauptstädten deren Anteil am Budget nicht erhöhen wollen oder können, bleiben nur zusätzliche Einnahmen für die sogenannten Eigenmittel. Allerdings wird es der Europäischen Union auch mit einem Budget von rund zwei Billionen Euro kaum gelingen, zu den USA und China aufzuschließen."
ND.DER TAG verweist auf die deutlich gestiegene Verschuldung in Ländern des Globalen Südens:
"Die Gefahr von Schuldenkrisen wächst. Vor einem Jahr haben zivilgesellschaftliche Akteure eine UN-Schuldenrahmenkonvention gefordert, mit der ein faires Staateninsolvenzverfahren auf den Weg gebracht werden könnte. Sie erhielten dafür Rückendeckung von vielen Staaten des Globalen Südens. Auf der Bremse standen die Gläubigerstaaten inklusive Deutschland. Dass diese Bremse in einer Zeit gelöst wird, in der der Multilateralismus am Boden liegt, ist nicht zu erwarten. Zusammen mit den global massiv sinkenden Leistungen für öffentliche Entwicklungshilfe ist das ein tödlicher Mix für Millionen Menschen im Globalen Süden. Der Krieg am Golf kommt noch obendrauf."
