
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER führt aus:
"Es ist eine Art Déjà-vu, zuletzt gesehen vor genau vier Jahren: Schlagartig fallen Energielieferungen aus, die Preise für Öl und Gas schießen entsprechend hoch, und Schritt für Schritt frisst sich der Effekt von den Tankstellen zu den Supermärkten. Die Inflation kommt ins Laufen, das Leben wird teurer. Mit 2,9 Prozent Inflation im April sind wir noch ein gutes Stück von den Werten des Frühjahrs 2022 entfernt. Als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine die Gaslieferungen aus dem Osten gestoppt wurden, stand die Inflation nach wenigen Wochen bei 7 Prozent, nach wenigen Monaten über 10 Prozent."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt (Oder) stellt fest:
"Analysten warnen bereits: Je länger der Ölpreis hoch bleibt, desto stärker frisst sich die Teuerung auch in andere Bereiche: Urlaubsreisen verteuern sich, Nahrungsmittel und Restaurantbesuche auch. Ob die Inflation auf hohem Niveau verharrt, werden weniger Politik und Notenbanken bestimmen. Vielmehr hängt es davon ab, ob und wie schnell die Straße von Hormus wieder durchfahren werden kann."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG äußert sich zum angekündigten Ausstieg der Vereinigen Arabischen Emirate aus der Organisation erdölexportierender Länder:
"Schon in den vergangenen Jahren ist der Macht der Opec zunehmend erodiert, weil sich nicht mehr alle Mitglieder an die in Wien getroffenen Vereinbarungen bezüglich Liefermengen gehalten haben. Die Emirate haben Milliarden in den Ausbau ihrer Förderkapazitäten investiert. Mehr Öl am Markt müsste zu niedrigeren Preisen an den Zapfsäulen führen, wenn die Blockade durch die Straße von Hormus aufgelöst und die Störung der Versorgung einmal behoben ist. Wenn einige Männer in Wien nicht mehr den Ölpreis diktieren können, dann ist das eine positive Entwicklung – zumindest aus Verbrauchersicht."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG geht auf den Autohersteller Mercedes ein, der im ersten Quartal dieses Jahres weniger Gewinn gemacht hat:
"Mittlerweile hat Mercedes den Rückstand zu chinesischen Herstellern, die von den Stuttgartern lange unterschätzt wurden, aufgeholt - zumindest in technischer Hinsicht. Die neuen Modelle sind mit Blick auf Software und Konnektivität, auf Reichweite und Ladetechnik ebenbürtig. Aber zumeist nicht im Preis. Im Preiskampf gegen Wettbewerber, die die Regierung in Peking nicht selten subventioniert, sind die Fahrzeuge mit dem Stern zu teuer. Dass Mercedes die Preise in China an die Realitäten anpassen will, zeigt, wie groß der Druck des Unternehmens ist."
