
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG schreibt dazu:
"Wenn in dieser Woche die von Trump angekündigten neuen Zölle gegen die EU in Kraft treten, wirkt das auf die deutsche Autoindustrie wie ein Brandbeschleuniger in ohnehin fragiler Lage. Die Zeiten, in denen deutsche Qualität automatisch weltweite Absatzgarantie bedeutete, nähern sich dem Ende. Technologische Aufholprozesse der Konkurrenz – vor allem Chinas –, Subventionswettläufe und der trumpsche Protektionismus verändern die Spielregeln grundlegend. Für die deutsche Politik bedeutet das: Abwarten ist keine Option mehr."
Die FREIE PRESSE aus Chemnitz notiert:
"Trumps Drohung hat wohl wenig mit Sachpolitik zu tun. Er hat sich offenbar über Bundeskanzler Merz geärgert, der die US-Kriegsführung im Iran kritisiert hat. Es ist wohl kein Zufall, dass die angekündigten Erhöhungen das Autoland Deutschland stärker treffen würden als jedes andere EU-Mitglied. Doch ganz gleich, was Trumps Motiv ist: Dass das Zollabkommen für ihn ein Einfallstor bietet, liegt daran, dass es von Anfang an schwach verhandelt war. Es war ein Deal auf Kosten der EU, Trump hat gespürt, dass er hier einen Hebel hat. Um die Lage nicht schlimmer zu machen, als sie ist, sollte die EU trotzdem zu ihrem Wort stehen und das Abkommen umsetzen."
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm findet:
"Es lohnt sich für die EU nicht, sich kleiner zu machen, als sie ist. Sonst würde Trump nicht erneut in diese Kerbe schlagen. Zumal die EU dem US-Präsidenten nicht einfach ausgeliefert ist. Trump steht wegen der hohen Lebensmittelpreise im eigenen Land selbst unter Druck. Die Androhung von Gegenzöllen hat ihn schon mal zum Einlenken gebracht. Die EU sollte zwar konstruktiv bleiben – aber eben nicht unterwürfig. Denn klar ist: Gibt die EU zu weit nach, zahlt sich das auf Dauer nicht aus."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG unterstreicht:
"Die Zollattacke ist nur eine der Herausforderungen, die sich vor Europas Firmen türmen. Dazu kommen Energiepreise, die durch Trumps kopflosen Angriff auf Iran weiter steigen. Dazu kommt China, das sich vom Absatzmarkt zum Konkurrenten gewandelt hat. Und dazu kommt eine Wachstumsschwäche, die in Staaten wie Deutschland extreme Parteien wie die AfD stärkt. Da kann es sich Europa gar nicht leisten, eine weitere Attacke auf seine Firmen hinzunehmen. Europa kann sich ökonomisch neu erfinden. Nur eines darf der Kontinent nicht tun: Weiter als Donald Trumps Watschenmann Zölle hinnehmen. Denn das ist das Modell, um wirtschaftlich abzusteigen."
