
Die BÖRSEN-ZEITUNG geht näher auf die von Unicredit-Chef Orcel vorgelegte Offerte ein:
"0,485 Unicredit-Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Kein Cash. Keine Prämie. Keine Entschuldigung für die Verbalattacken der vergangenen Wochen. Wie Mackie Messer, Protagonist der 'Dreigroschenoper' des kapitalismuskritischen Dichters Bertolt Brecht, hat Orcel es gar nicht nötig zuzubeißen. Er kommt mit einem Umtauschangebot, das unter dem aktuellen Commerzbank-Kurs liegt, und er nennt es Wertschöpfung. Dabei hat er gut lächeln, denn er weiß, dass er so oder so gewinnt. Die Mehrheit erwartet er durch das Angebot ausdrücklich nicht – aber wen kümmert das? Knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile kontrolliert er bereits."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG glaubt:
"Der beste Schutz gegen eine Übernahme ist ein hoher Aktienkurs. Seit die Ampelregierung im September 2024 rund 4,5 Prozent an Unicredit zu einem Kurs von 13,20 Euro je Aktie verkaufte und damit der italienischen Bank den Einstieg als wesentlicher Aktionär erlaubte, hat sich der Kurs fast verdreifacht. Inzwischen kostet die Commerzbank an der Börse mehr als die Vermögenswerte, die sie in ihrer Bilanz aufführt. Dabei verdient die Bank aus Aktionärssicht nicht die Kapitalkosten. Treiber des Commerzbank-Kurses ist ganz wesentlich die Aussicht auf ein noch besseres Angebot durch Unicredit. Dafür erscheint es noch zu früh."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG analysiert:
"Je mehr Orcel zahlt, desto schwerer wird es, den Deal für seine eigenen Aktionäre zu rechtfertigen – und desto mehr muss er hinterher wohl sparen. Das wiederum birgt die Gefahr, dass der Service leidet, Kunden abwandern und die Ertragsseite wegbricht. Es gibt also rationale Gründe, warum Orcel noch nicht am Ziel ist. Davon will er freilich nichts wissen. Wie so oft stilisiert er Europa als überreguliert und entscheidungsschwach."
Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER beschäftigt sich mit einem bekannten Impfstoffhersteller:
"Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech schließt mehrere Produktionsstandorte. Darunter die des erst kürzlich übernommenen Konkurrenten Curevac aus Tübingen. 750 Mitarbeiter stehen vor einem Scherbenhaufen. Die Entscheidung widerspricht allen zuvor getätigten Beteuerungen Biontechs, Curvac in einen zukunftsorientierten Forschungsstandort auszubauen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Entscheidung hingegen nachvollziehbar."
