
"Ein Plus als Krisensignal" titelt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG und führt aus:
"Oft reicht schon der nähere Blick auf das Detail, um vorsichtige Hoffnungen zunichtezumachen. Der Auftragseingang für den Monat März, der die Frühphase des Irankriegs spiegelt, ist dafür ein gutes Beispiel. Um fünf Prozent sind die Aufträge gegenüber Februar gestiegen, was ein sehr starker Zuwachs ist. Großaufträge, die das Bild verzerren, spielten diesmal keine große Rolle. Als Frühindikator für die künftige Entwicklung der Produktion könnte man den Auftragseingang für März deshalb so lesen, dass die hiesige Wirtschaft vor dem Irankrieg am Beginn einer moderaten Erholung stand. Doch weit gefehlt. Mit der Sperrung der Straße von Hormus haben Händler und Unternehmen umgehend realisiert, dass nicht nur die Energiepreise, sondern auch die Preise nachgelagerter Vorprodukte und Erzeugnisse steigen werden. Die wirtschaftlich richtige Reaktion darauf ist, möglichst schnell noch die Lager aufzufüllen, bevor die Preiswelle anrollt. Das erklärt wohl das Gros des Auftragsschubs im März. Zeichen einer beginnenden Belebung ist das Plus nicht, sondern eher das Gegenteil. Es ist ein Zeichen drohender Inflation und möglicher Knappheiten."
Die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz befasst sich mit der Steuerpolitik der Bundesregierung:
"Trotz der problematischen Haushaltslage ist die Koalition erstaunlich mutig: Sie hat eine Steuerreform zum 1. Januar 2027 angekündigt. Kleinere und mittlere Einkommen sollen entlastet werden. Finanzminister Klingbeil will das durch höhere Steuern am oberen Ende finanzieren, die Union ist dagegen. Die Steuerschätzung bringt die Steuerreformpläne zwar insgesamt nicht in Gefahr, gibt der Koalition aber keinen weiteren Spielraum für eine Netto-Entlastung der Steuerzahler. Leider."
Und das HANDELSBLATT meint:
"Nachdem sich die Union neuerdings offen für einen höheren Reichensteuersatz zeigt, muss sich auch die SPD in der Steuerpolitik bewegen. In einer wohltemperierten Steuerreform kann der nominale Spitzen- und Reichensteuersatz durchaus steigen. Die SPD muss sich aber fragen, ob die Methode Klassenkampf in Krisenzeiten der richtige Ansatz ist. Oder ob sie mit ihren Plänen nicht jene Leistungsträger gegen sich aufbringt, die der Partei durchaus zugewandt sind."
