
"Als Gegengewicht zum chinesischen Monopol auf Seltene Erden wollten die USA eigentlich ihren Vorsprung in der Technologie nutzen – insbesondere bei modernen Halbleiterchips. Die Biden-Regierung verhängte erhebliche Beschränkungen für Technologieexporte nach China, um diesen Vorsprung zu sichern. Diese Beschränkungen sind für China zwar sehr lästig, haben aber die rasante Entwicklung der dortigen Technologiebranche nicht aufgehalten. Chinas KI-Modelle sollen mittlerweile nur noch etwa sechs Monate hinter ihren US-Konkurrenten zurückliegen. Und auch in einigen Zukunftsbranchen, wie zum Beispiel bei Elektrofahrzeugen, liegt China weit vorne."
Das HANDELSBLATT gibt zu bedenken, dass auch der Krieg im Iran Trumps Position schwächt:
"Die USA haben sich im Iran ebenso verkalkuliert wie verausgabt – strategisch, politisch, moralisch. Die Supermacht droht an einer Regionalmacht zu scheitern, die militärisch hoffnungslos unterlegen ist. Trump reist also als Bittsteller nach Peking. Nur China, gleichermaßen wichtigster Verbündeter und größter Ölabnehmer des Irans, wäre in der Lage, wirksamen Druck auf Teheran auszuüben, um die Straße von Hormus freizugeben. Sollte der große Vorsitzende sich dazu herablassen, wäre das ein enormer Reputationsgewinn für sein Land. Xi Jinping, der umsichtige und verantwortungsvolle Geopolitiker, hätte die Weltwirtschaft aus der Geiselhaft befreit."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG weitet die Perspektive:
"Die drei stärksten Mächte der Welt werden von alten Männern geführt, die in Feindbildern denken: Russlands Warlord Wladimir Putin, Chinas klüger kalkulierender Präsident Xi und dessen Gast in diesen Tagen, Donald Trump. Sie eint bei allen gewaltigen Unterschieden das Ressentiment gegen eine regelbasierte Ordnung der Welt. Das macht die Lage so bedrohlich."
Zum Schluss noch ein Kommentar der KIELER NACHRICHTEN zum Vorhaben der EU, die Produktion von wichtigen Arzneimitteln in Europa zu fördern:
"Die Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Die höheren Produktionskosten in Europa werden sich die Konzerne gut bezahlen lassen. Wenn sie sich an die Vereinbarungen halten, ist das vertretbar. Ungerecht wäre es hingegen, diese Mehrkosten allein auf die Versicherten über höhere Medikamentenpreise abzuwälzen. Schließlich geht es hier gleichzeitig um Arbeitsplätze, also um Standortpolitik. Das muss auch mit Steuergeldern bezahlt werden."
