
"Der Konzern ist auch der größte Betreiber von Gasspeichern in Deutschland. Unipers Kraftwerke sind wichtig für die Stromversorgung, und die Düsseldorfer wollen sich an den Auktionen für neue Gaskraftwerke beteiligen. Die sollen einspringen, wenn Wind und Sonne nicht genug Elektrizität liefern. Das Unternehmen ist also strategisch bedeutend. Da können Mitsprache- und Blockaderechte, wie sie ein 25-Prozent-Anteil bringt, nicht schaden."
Die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz widerspricht:
"Die geplante Minderheitsbeteiligung macht keinen Sinn. Der Staat war noch nie der bessere Unternehmer, auch nicht in der Energie."
Die BÖRSEN-ZEITUNG bemerkt:
"Das Ganze erinnert schon jetzt an die verunglückte Re-Privatisierung der Commerzbank. Ganz arglos wurde ein größeres Aktienpaket an den meistbietenden Interessenten versteigert. Dann wunderte man sich, dass die Unicredit strategische Absichten hegte."
Themenwechsel: Der Autohersteller Mercedes-Benz erwägt, in die Rüstungsproduktion einzusteigen. Das HANDELSBLATT überlegt:
"Für die Rüstungskonzerne ist das attraktiv. Sie bekommen günstige Hallen, Infrastruktur und qualifizierte Fachkräfte. Für die Autobauer geht es dagegen vor allem um Schadensbegrenzung. Sie wollen Werke auslasten, Standorte stabilisieren und Kündigungen vermeiden. Das mag einzelne Jobs retten. Die Autoindustrie rettet es nicht."
Die Zeitung ND DER TAG bemängelt, die Autoindustrie habe wichtige Entwicklung verschlafen.
"Wenn sie diese vor allem selbst verschuldeten Defizite nun unter anderem mit der Herstellung von Werkzeug für Mord und Totschlag kompensieren will, stellt das auch die Gewerkschaften vor verschärfte Fragen beim Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Geld, das mit Kriegsgerät verdient wird, stinkt eben doch gewaltig zum Himmel."
Zum Abschluss noch ein Blick in die USA: Tech-Milliardär Elon Musk hat einen Rechtsstreit gegen sein früheres Unternehmen OpenAI verloren. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG analysiert:
"Nachdem das Unternehmen mit ChatGPT lange als das Maß aller Dinge im Geschäft mit KI-Modellen galt, sieht es sich immer stärkerem Wettbewerb gegenüber. OpenAI bereitet gerade seinen Börsengang vor und steht daher unter gewaltigem Druck, sich als Unternehmen mit ungebremster Wachstumsdynamik präsentieren zu können."
