22. Mai 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die Kommentare beschäftigen sich unter anderem mit dem geplanten Börsengang des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX.

A SpaceX Falcon 9 rocket lifts off at 3:30 PM from Complex 39A at the Kennedy Space Center, Florida on Wednesday, April 22, 2020. SpaceX is launching its seventh batch of 60 satellites for its Starlink program which, once operational, will offer global connectivity for personal and commercial use.
Ein Thema: Der geplante Börsengang des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk (Archvibild). (Joe Marino / imago images / UPI Photo)
Die BÖRSEN-ZEITUNG verweist auf einen von der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlichten Prospekt des Konzerns. Diese zeige, dass Investoren
"beim wohl größten Börsengang aller Zeiten die Katze im Sack kaufen. Denn Elon Musks Raumfahrtfirma verfügt mit ihren Raketen- und Satellitensparten zwar über zwei wirklich innovative Geschäftsfelder, die bereits stabil wachsen und einen klaren Pfad zu nachhaltiger Profitabilität aufzeigen können. Allerdings muss SpaceX auch offenlegen, welch schwere Belastungen ihr die Übernahme von Musks KI-Projekt 'xAI' eingebracht hat."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG rechnet vor:
"Etwa 80 Milliarden Dollar hofft das Unternehmen an der Wall Street einzusammeln. Zwei Billionen könnte es dann wert sein. Die aktuelle Weltraum-Begeisterung kommt also in einer Zahl mit zwölf Nullen zum Ausdruck. Im Moment allerdings, so steht es im Prospekt zum Börsengang, macht Space-X jährlich einige Milliarden Dollar Verlust. Wie passt das zusammen? Und: Verpasst man etwas, wenn man nicht dabei ist? An der Börse wird nicht nur mit Unternehmensanteilen gehandelt, sondern vor allem mit Erwartungen an die Zukunft. Für Innovation und Fortschritt ist das unerlässlich."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG erwartet:
"Gewiss wird Musk reichlich Investoren finden, die sich von seinen Versprechungen in den Bann ziehen lassen. Manche von ihnen dürften von der Angst getrieben sein, etwas zu verpassen. Aber wer Aktien von Space X kauft, muss sich auf erhebliche Kompromisse einlassen. Dazu gehört es, auf Mitsprache zu verzichten und zu akzeptieren, dass Musk womöglich seine eigenen Interessen über diejenigen der anderen Aktionäre stellt."
Thema im KÖLNER STADT-ANZEIGER ist der Einstieg des Bundes beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS, der unter anderem den Kampfpanzer "Leopard 2" herstellt:
"Deutschland kauft 40 Prozent der Anteile, hält sich also in Zukunft seine eigene Panzerschmiede. Rund acht Milliarden Euro wird der Deal den Steuerzahler wohl kosten. Aus Überzeugung gibt der Staat das Geld nicht aus, sondern aus Angst. Angst, die Franzosen könnten sonst die Kontrolle übernehmen. Dass Angst ein schlechter Ratgeber ist, weiß das Sprichwort."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE findet:
"Es ist Aufgabe des Staates, alles für die nationale Sicherheit zu tun - ob im Inneren oder gegenüber Aggressoren wie Russland. Insofern wirkt es folgerichtig, dass Deutschland beim Panzerbauer KNDS einsteigt, zumal die Firma an die Börse strebt."