
"Der harte Kern der Diagnose: Die Sozialabgaben laufen aus dem Ruder und werden in absehbarer Zeit auf über 50 Prozent der Arbeitskosten steigen. Generell ist die 'Staatsquote' zu hoch. Der Therapievorschlag der Wirtschaftsweisen: Die Regierung muss den Trend wenden. Der CDU-Kanzler Friedrich Merz und die für Finanzen und Soziales zuständigen SPD-Mitregierenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas möchten Diagnose und Therapie der Ökonomen jedoch nicht hören."
Das HANDELSBLATT blickt auf die Auswirkungen für die Themen Gesundheit und Pflege:
"Die Wirtschaftsweisen haben den Rotstift überall angesetzt. Krankenhausschließungen, höhere Steuern bei Alkohol und Zucker, Abschwächung der Pflegestufen, Streichung pauschaler Pflegevergütungen, Ende der beitragsfreien Mitversicherung. Ohne Zumutungen für manche wird die Schieflage der Sozialsysteme nicht aufzulösen sein – und das würde letztlich allen schaden."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG nimmt die steigende Zahl von Reichen und Superreichen in Deutschland zum Anlass, für weniger Berührungsängste mit der Börse zu plädieren:
"Die Möglichkeit, Vermögen breit zu streuen und in renditestarken Anlageklassen anzulegen, das ist längst nicht mehr den Millionären und Multimillionären vorbehalten. Die 24 Prozent, die im vergangenen Jahr für Aktien und Fonds als Rendite ausgewiesen wurden, die standen jedem offen. Die informiert Interessierten, die sich selbst kümmern, die gewinnen an Vermögen. Die große Mehrheit von 80 Prozent ohne Aktien und Fonds fällt hingegen zurück."
In der BÖRSEN-ZEITUNG geht es um die Zukunft des Finanzplatzes Frankfurt am Main. Der sei ...
"... eine Ausnahmeerscheinung: Seit Jahrzehnten nimmt die Zahl der Banker zu, während andernorts eine Filiale nach der anderen schließt. Den positiven Beschäftigungstrend einfach fortzuschreiben, wäre vermessen, zumal viele Unwägbarkeiten in diesen Zeiten lauern. Hinzu kommt der Elefant im Raum: Welchen Effekt zeitigt die absehbare Übernahme der Commerzbank durch Unicredit? Als Blaupause dient die HVB. Nachdem sie von den Mailändern einverleibt wurde, wurde sie personell dezimiert und die Entscheidungsgewalt nach Italien verlagert. Diesem Modell folgend, würden einer Zusammenführung der beiden deutschen Unicredit-Töchter in Frankfurt wohl Tausende Stellen zum Opfer fallen. Für den Finanzplatz wäre das ein schmerzhafter Dämpfer, würde ihn aber nicht ins Wanken bringen."
