
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU lobt, dass die Bank nach mehreren digitalen Versammlungen in diesem Jahr wieder zu einem physischen Treffen eingeladen hatte:
"Hauptversammlungen in Präsenz sind ein Stück gelebte Demokratie. Nur im Rahmen einer Präsenzveranstaltung können die Aktionärinnen und Aktionäre in den direkten Austausch mit den Vorständen treten, ihre Reaktionen beobachten, auch wenn die Kamera gerade nicht auf sie gerichtet ist. Es gibt Zwischenapplaus, Lachen, manchmal unmutiges Geraune. Dadurch haben die Aktionäre das Gefühl, gehört zu werden, der Vorstand wiederum erhält ein direktes Feedback."
Nicht anwesend war Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts. Die BÖRSEN-ZEITUNG kritisiert dessen jährliche Vergütung von künftig rund 1,4 Millionen Euro:
"Das Argument der Bank, die Vergütung sei sonst nicht wettbewerbsfähig mit Blick auf die Gewinnung und Bindung hochqualifizierter Aufsichtsräte, ist absurd. Nur sehr wenige Banken in Europa zahlen ihren Chefkontrolleuren mehr. Wynaendts Gehaltsexzess öffnet bankintern für Begehrlichkeiten seines Topmanagements Tür und Tor. Auch Aufsichtsratschefs anderer Dax-Konzerne dürften sich daran orientieren und die nächsten Gehaltsrunden einleiten. Dies ist weder im Sinne von Aktionären noch von Beschäftigten, die von solchen Zuwächsen nur träumen können."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG bilanziert die China-Reise von Bundeswirtschaftsministerin Reiche:
"Bei ihrem ersten Besuch in Peking setzte Katherina Reiche auf ein vertrautes deutsches Rezept im Umgang mit China: staunen und schweigen. Sie bewunderte Chinas Fortschritt offen, wirkte gar eingeschüchtert. Respekt für Chinas Erfolge sind nicht falsch, erreicht wurden sie aber zum großen Teil mit unfairen Mitteln. Die eigentliche Frage lautet deshalb schon seit Jahren, wie Deutschland darauf reagieren will. Eine überzeugende Antwort darauf hat Reiche nicht."
Das HANDELSBLATT befasst sich mit separaten Kooperationsvereinbarungen, die der Flugzeugbauer Airbus und der Automobilkonzern BMW mit dem französischen KI-Startup Mistral geschlossen haben:
"Bekannt wurde Mistral mit frei verfügbaren Sprachmodellen – Europas Antwort auf OpenAI. Doch der Markt für Basismodelle wird zunehmend von wenigen US-Konzernen dominiert. Mistral reagiert darauf mit einer neuen Strategie: weg vom allgemeinen KI-Assistenten, hin zu industriellen Spezialanwendungen. Die Partnerschaften mit BMW und Airbus markieren genau diesen Wandel. Für BMW ist der Deal ein strategischer Testlauf. Für Mistral geht es um deutlich mehr: die Suche nach dem Platz des Unternehmens im KI-Markt."
