04. Juni 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Ein Thema in den Wirtschaftskommentaren ist das sogenannte Internationale Wirtschaftsforum im russischen Sankt Petersburg, an dem in diesem Jahr neben AfD-Politikern auch wieder einzelne deutsche Unternehmensvertreter teilnehmen.

Eine Straße über einem Fluss in der russischen Stadt Sankt Petersburg. Über die Straße fahren viele Autos. Vom gegenüberliegenden Ufer kommt schwarzer Rauch.
Rauch über St. Petersburg in Russland nach einem ukrainischen Drohnenangriff. (AP Photo / undefined)
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG beschreibt ein grundlegendes Dilemma:
"Während die Politik Sanktionen aufrechterhält, um Russlands Handlungsspielräume zu begrenzen, entstehen in Teilen der Wirtschaft Interessenlagen, die auf eine vorsichtige Normalisierung zielen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob wirtschaftliche Kontakte irgendwann wieder aufgenommen werden. Sondern unter welchen Bedingungen – und zu welchem politischen Preis. Wer heute vorschnell Signale der Annäherung sendet, riskiert, die eigene strategische Position zu untergraben. Solange der Krieg in der Ukraine andauert, wird sich das Spannungsverhältnis zwischen politischer Konsequenz und ökonomischem Kalkül nicht in Luft auflösen."
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf erinnert an die durch den Ukraine-Krieg geschwächte Wirtschaft Russlands - und führt aus:
"Umso unverständlicher ist es, dass deutsche Unternehmen teils wieder die Nähe zu Russland suchen und für Geschäfte mit Kriegsherr Putin offen sind. Es ist entlarvend, dass deutsche AfD-Abgeordnete zu jenem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg reisen, bei dem am Freitag Putin sprechen wollte. Und es ist verstörend, dass Ex-Kanzler Schröder in Moskau gesehen worden sein soll. All das wirkt wie ein Schlag ins Gesicht der leidenden ukrainischen Zivilbevölkerung – gerade jetzt, in dieser neuen Phase des Krieges."
Das EU-Parlament stellt laut einem Politico-Bericht heute die Standardsuchmaschine um - vom US-Anbieter Google auf die französische Anwendung Qwant.
Die TAGESZEITUNG - TAZ - schreibt dazu:
"Untersuchungen zeigen immer wieder, dass die allermeisten Menschen bei ihrer Technik die Einstellungen nutzen, die voreingestellt sind. Wenn auf einem Gerät der Chrome-Browser drauf ist, die Datenschutz-Einstellungen lasch sind oder eben die Google-Suche Standard ist – dann wird das so genutzt. Natürlich wäre es besser, EU-Parlament und auch sämtliche andere Behörden und öffentliche Stellen hätten schon längst gewechselt. Nicht nur die Suchmaschine, sondern auch Browser, Textverarbeitung, Cloud, das ganze Betriebssystem. Besser wäre auch, es gäbe ein digitales europäisches Zahlungssystem, das ohne US-Konzerne wie Paypal oder Visa funktioniert. Ist aber leider nicht der Fall. Daher ist schon dieser klitzekleine Schritt des EU-Parlaments eine Erfolgsmeldung."