05. Juni 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Zum Investitionsstopp zweier Pharma-Großkonzerne schreibt das HANDELSBLATT:

    Auf einer Edelstahltafel steht das Firmenlogo des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim, (Rheinland-Pfalz, Ingelheim am Rhein )
    Pharmakonzern Boehringer Ingelheim (picture alliance / dpa / Andreas Arnold)
    "Boehringer Ingelheim streicht in Deutschland Investitionen von über 900 Millionen Euro, Eli Lilly verkleinert sein geplantes 2,3 Milliarden Werk in Rheinland-Pfalz – auf etwa die Hälfte. Es ist die Quittung für das angekündigte Spargesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken, das Vertrauen bricht, Widersprüche produziert – und die Mobilität von Investitionen unterschätzt. Natürlich gehört es zum Spiel, dass die Industrie bei jedem Sparpaket reflexartig mit Investitionsrückzug droht – wer das Amnog Verfahren von 2010 erlebt hat, kennt das. Die Abkürzung Amnog steht für Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz. Damals führte die Politik erstmals Zwangsrabatte und Preisverhandlungen für neue Medikamente ein. Dieses Mal aber ist die Lage eine andere. Der Druck kommt zusätzlich aus Washington. Die USA sind der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt der Branche. Wenn dort die Preise sinken – wie es die Trump Regierung gerade vorantreibt –, wird global neu kalkuliert: Wo lohnt es sich noch zu investieren? Deutschland verliert in dieser Kalkulation gerade rasend an Boden",
    unterstreicht das HANDELSBLATT.
    Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert eine Personalentscheidung des US-Unternehmens für Künstliche Intelligenz Open AI. Dieses will nun auch KI für Rechtsanwälte anbieten. Der Mitbegründer von einem sogenannten Legal Tech-Unternehmen, Boehmig, wechselt zu Open AI.
    "Mit diesem Personalcoup will Open AI den Rückstand zum schärfsten Konkurrenten Anthropic aufholen. Der hat im Mai mit 'Claude for Legal' zwölf juristische Zusatzprogramme und Konnektoren zu Dienstleistern wie Thomson Reuters und Ironclad vorgelegt - ein Schachzug, der zeigt, wie unersetzlich generative KI für Anwälte weltweit geworden ist. Der Legal-Branche könnte eine Konsolidierung bevorstehen. Bisher konnten sich andere Anbieter darauf verlassen, dass die Entwickler der großen Sprachmodelle nur Infrastruktur liefern, aber keine direkten Konkurrenten werden. Mit Boehmigs Eintritt dürfte sich die Einschätzung als Trugschluss erweisen."
    Abschließend ein Kommentar aus der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG zur Rente:
    "Schluss mit dem Boomer-Bashing! Da ist nichts dran. Das ganze Gerede von der Generationengerechtigkeit sollte man ohnehin hinterfragen. Um es direkt zu sagen: Diese Gerechtigkeit gibt es nicht. Es gibt nur eine soziale Gerechtigkeit. Es gibt Menschen, die privilegiert sind, und Menschen, die diese Privilegien nicht haben. Der Staat hat die Aufgabe, einen fairen Ausgleich zu schaffen. Altersgruppen gegeneinander auszuspielen und auf Generationengerechtigkeit zu pochen, ist ein Trick, um das Rentenniveau weiter abzusenken. Das würde den Arbeitgebern Sozialbeiträge sparen. Weitere Kürzungen verbieten sich, auch im Hinblick auf die Akzeptanz des Systems als Ganzes."