11. Juni 2026
Die Wirtschaftspresseschau

In den Kommentaren geht es unter anderem um die Entlastung der Industrie beim Strompreis.

Industrieanlagen in Köln in der Dämmerung. Alles ist hell erleuchtet.
Ein Thema: Die EU-Kommission ermöglicht stärkere Entlastungen beim Strompreis für die deutschen Unternehmen (Symbolbild). (picture alliance / Panama Pictures / Christoph Hardt)
Das HANDELSBLATT stellt fest:
"Für das Jahr 2026 können Industrieunternehmen für einen einzelnen Verfahrensschritt in ihrem Unternehmen zwei Hilfen gleichzeitig in Anspruch nehmen: den Industriestrompreis und die Strompreiskompensation. Ministerin Katherina Reiche selbst hat – nicht ohne Stolz – verkündet, dass es ihrem Haus gelungen sei, die EU-Kommission zu dieser Ausnahme zu bewegen. Die Beweglichkeit der Brüsseler Behörde ist in der Tat bemerkenswert. Es gehört zu den ehernen Grundsätzen des EU-Beihilferechts, dass es keine Doppelförderung geben darf."
Die TAGESZEITUNG - TAZ - beschäftigt sich mit dem Vorschlag einer gemeinsamen Strompreiszone in Norddeutschland:
"Schleswig-Holstein und eventuell auch Hamburg lösen sich aus dem einheitlichen deutschen Strommarkt heraus und bilden zusammen mit Westdänemark eine gemeinsame Preiszone. Schon lange sucht der windreiche Norden nach Wegen, um von seinem reichlich vorhandenen Windstrom auch preislich stärker zu profitieren. Heute trifft ein hohes Angebot im Norden allzu oft auf hohe Nachfrage in der Mitte und im Süden. Beim herrschenden bundeseinheitlichen Börsenpreis des Stroms, der sich in jeder Viertelstunde aufs Neue aus Angebot und Nachfrage ergibt, bleibt der Preisvorteil für den Norden damit gering. Würde man hingegen regionale Preiszonen schaffen, würden stets zuerst jene Landesteile profitieren, die über viel eigene Erzeugung verfügen. Somit verfolgt Schleswig-Holstein mit seinem Vorschlag ein legitimes Eigeninteresse."
Thema in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG ist die geplante Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit:
"Was Unicredit mit der Commerzbank macht, muss einem nicht gefallen. Die italienische Bank hat sich angeschlichen: Unicredit hat mit anderen Banken Total Return Swaps vereinbart, also Verträge geschlossen, die ihr die Lieferung von Commerzbank-Aktien zu bestimmten Zeitpunkten garantieren. Damit hat Unicredit die Weichen für die Zukunft gestellt."
Die BÖRSEN-ZEITUNG kritisiert die Strategie des Unicredit-Chefs:
"Wie Orcel in den vergangenen Wochen Freund und Feind verwirrte, spottet jeder Beschreibung. Irrational hohe Annahmequoten für sein finanziell unattraktives Angebot und immer neue Derivatepositionen ließen viele am Markt glauben, Unicredit habe de facto bereits Zugriff auf über 40 Prozent, ja vielleicht gar auf mehr als 50 Prozent der Commerzbank-Aktien. Bei den fast täglich neuen Meldungen zu Veränderungen von Stimmrechten, Aktien- oder Swap-Beständen blickten selbst ausgewiesene Übernahmeprofis nicht mehr durch."