15. Juni 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX des Unternehmers Elon Musk ist nun an der Börse. Beunruhigt äußert sich die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:

Bildmontage: Elon Musk vor einem Mond, im Hintergund Börsenzahlen
Bildmontage: Elon Musk vor einem Mond, im Hintergund Börsenzahlen (IMAGO / AAP)
"Musk hat sich die Finanzmärkte unterworfen. Und der Börsengang von SpaceX ist nun für ihn auch mit dem persönlichen Meilenstein verbunden, Billionär zu sein. Er selbst versucht oft, den Anschein zu erwecken, Geld sei ihm nicht sonderlich wichtig. Aber auf die mit seinem Reichtum verbundene Macht legt er gewiss großen Wert, und er setzt sie auch gezielt ein. Die teure Übernahme der Onlineplattform Twitter hat ihn in die Lage versetzt, den politischen Diskurs mitzubestimmen, und er hat viel Geld ausgegeben, um Donald Trump zu einer zweiten Amtszeit als US-Präsident zu verhelfen. Wenn sein Reichtum nun also immer neue Höhen erreicht, ist das nicht nur für ihn persönlich relevant. Es sollte die breite Öffentlichkeit beunruhigen."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG befasst sich mit der Rentenpolitik der Bundesregierungen, die jahrelang vom Wunschdenken bestimmt gewesen sei:
"Eine neue Studie des arbeitgebernahen Instituts für Wirtschaft lässt nun keinen Spielraum mehr für beschönigende Prognosen nach dem Prinzip Hoffnung. 2036 werden im Vergleich zu heute etwa vier Millionen Arbeitskräfte fehlen, rund 1,3 Millionen mehr als bisher angenommen. Die Bevölkerung schrumpft schneller als gedacht. Die 'Migrationswende' der Bundesregierung trägt dazu bei, dass weniger Menschen ins Land kommen. Für Fachkräfte ist Deutschland wegen der lahmenden Konjunktur gerade auch nicht mehr attraktiv. Die Produktivität wird damit weiter zurückgehen - und das wird Wohlstand kosten. Diese mathematischen Gewissheiten kann man auch politisch nicht mehr ausblenden, wie es die schwarz-rote Koalition mit ihrem milliardenschweren Rentenpaket noch im letzten Jahr getan hat. Da gibt es nichts mehr schönzureden, da muss man jetzt entschlossen handeln. Das allerdings ist leichter gesagt als getan."
Die Mittelschicht brauche Entlastung, fordert die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG.
"Es bedarf einer Entlastung mit Wucht, die die Menschen spüren. Ja, das kostet einiges an Geld. Aber es lässt sich finanzieren. Etwa, indem klimaschädliche Subventionen wie der Agrardiesel gestrichen werden. Und das wäre nur eines der Finanzierungselemente. Schon mit einer Vermögensteuer für Reiche und einer Erbschaftsteuer für Firmenerben lassen sich viele Milliarden Euro einnehmen, ohne der Wirtschaft wirklich zu schaden. Nur wenn die Steuersenkungen und Abgabenentlastungen einen spürbaren Finanzimpuls liefern, sind sie politisch wirksam. Nur dann federn sie die demografisch notwendigen Kürzungen in der Sozialversicherung ab, um die die Koalition gerade ringt und die den Menschen etwas abverlangen werden. Wer wegen niedriger Steuern finanziell entlastet wird, kann außerdem wieder mehr konsumieren. So ein Konsumbooster würde für wirtschaftliches Wachstum sorgen."