19. Juni 2026
Die Wirtschaftspresseschau

In der Wirtschaftspresse geht es heute unter anderem um die virtuelle Hauptversammlung des Volkswagen-Konzerns.

Wolfsburg: Das VW-Logo steht auf dem Markenhochhaus im Volkswagen Stammwerk.
Volkswagen hat seine Aktionäre zur jährlichen Hauptversammlung eingeladen - das ist ein Thema in den Kommentaren (Symbolbild). (Julian Stratenschulte / dpa / Julian Stratenschulte)
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG bilanziert:
"Zwar bemüht sich der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume, Optimismus und Zuversicht zu verbreiten, aber gleichzeitig unterstreicht das Management den Ernst der Lage und pocht auf weitere Einsparungen im Konzern. Der Aktienkurs notiert auf einem Niveau wie zuletzt in den bittersten Zeiten des Dieselskandals, und die Aktionäre sind angesichts der desolaten Lage in weiten Teilen des Unternehmens zu Recht erschüttert. Vieles spricht dafür, dass das Tal noch nicht durchschritten ist."
Die BÖRSEN-ZEITUNG verweist auf eine personelle Änderung im Kontrollorgan des Autobauers. Susanne Wiegand habe entschieden,
"nicht mehr für das Amt im VW-Aufsichtsrat zu kandidieren. Der Rücktritt der angesehenen Rüstungsmanagerin, die den Prüfungsausschuss führte, kommt überraschend. Für VW ist er eine Katastrophe. Inmitten der Existenzkrise verlässt das einzige von den Familien Piëch und Porsche sowie den übrigen Großaktionären unabhängige Mitglied das Kontrollgremium. VW muss Personal abbauen, Werke schließen und in den Restwerten der Leasing-Fahrzeuge lauert Abschreibungsbedarf in Milliardenhöhe. Genau jetzt bräuchte es eigentlich eine Aufseherin wie Wiegand an der Spitze, die einzig und allein das Wohl des Unternehmens im Auge hat."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU geht ein auf eine Studie zur Industriebeschäftigung:
"Nur noch 6,6 Millionen Menschen arbeiten in der Industrie – ein Zehnjahrestief und ein Warnsignal für den Industriestandort Deutschland. Andererseits war das Risiko, aus einem Industrie-Job heraus arbeitslos zu werden, 2024 niedriger als 2014 – das ist überraschend. Und auch generell ist laut der Studie die Gefahr der Arbeitslosigkeit in der Industrie niedriger als im Rest der Wirtschaft. Es ist also nicht alles schlecht. Deutschland und seine Industrie stehen nicht vor dem Zusammenbruch, wie er von manchen herbeigeschrieben und -getwittert wird."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG beschäftigt sich mit der Künstlichen Intelligenz und glaubt:
"Europas Chance ist, mit dem weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien die Technologie demokratischer und klimaschonender zu betreiben als in den USA. Schon jetzt zeigt eine aktuelle Greenpeace-Studie, dass europäische Rechenzentren eine geringere Menge des Treibhausgases CO2 ausstoßen als die in den USA. Der Strom muss allerdings auch dorthin kommen, wo er gebraucht wird. Dass der Bau neuer Rechenzentren – und damit auch ein Stück europäischer Souveränität – in Deutschland an fehlenden Stromleitungen scheitert, ist ein Armutszeugnis."