24. Juni 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird das geplante Reformpaket der Bundesregierung.

Eine Frau öffnet einen Briefumschlag, auf dem das Logo und der Schriftzug der deutschen Rentenversicherung zu sehen ist.
Mit 33 Vorschlägen soll die gesetzliche Rente reformiert werden. (Symbolbild) (picture alliance / dpa / Matthias Balk)
DIE FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG glaubt, dass die Vorschläge der Rentenkommission in die richtige Richtung gehen:
"Dass die großen Kohorten der Geburtenjahrgänge 1960 bis 1966 irgendwann in Rente gehen werden, war lange abzusehen. Dass Länder wie Schweden darauf früh reagiert haben, war vernünftig. Dass Deutschland nun auch eine Kapitalrente einführen könnte, kommt spät, verliert dadurch seinen Sinn jedoch nicht, mit den hohen Renditen der Kapitalmärkte dank weltwirtschaftlicher Erfolge das deutsche Rentensystem ein Stück weit zu entlasten."
Auch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG findet, dass das Rentenpaket eine Perspektive biete:
"Im noch geltenden System würde alles nur schlechter, die Rentenbeiträge würden steigen, die Renten aber schon im nächsten Jahrzehnt immer mehr abgehängt werden von den Löhnen. Sinkendes Rentenniveau nennen das die Fachleute. Das Paket der Rentenkommission könnte diese Entwicklung umkehren, das Rentenniveau dürfte in den 2040er-Jahren wieder steigen."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE ergänzt:
"Auf lange Sicht, das belegen Hunderte von Studien, gibt es für den Aufbau einer Altersvorsorge keine Alternative zur Anlage in Aktien oder Aktienfonds. Und anders als bei der Riester-Rente, an der vor allem Banken, Bausparkassen, Fondsgesellschaften und Versicherungen verdient haben, kann die Koalition die Kosten für ihre neue Kapitalrente deckeln, weil sie von einem bundeseigenen Fonds oder der Bundesbank verwaltet werden soll. In Schweden erwirtschaftet ein vergleichbarer Fonds, dem Zinseszinseffekt sei Dank, seit Jahren über alle Börsenflauten hinweg zuverlässig zweistellige Renditen."
Das HANDELSBLATT kommentiert die Rede von Bundeskanzler Merz vor Industrievertretern zum Tag der deutschen Industrie:
"Zuerst geht es um die außen- und handelspolitischen Erfolge, die aber nur indirekt im Geldbeutel der Bürger und Unternehmer landen. Dann kommen 'Lichtblicke' in seinem ersten Regierungsjahr, die niemanden vom Hocker reißen. Zum Schluss wirbt er dann um Verständnis für die Zwänge, in denen ein Kanzler in einer Koalition mit der SPD steckt. Die Wirtschaft versteht das. Alles daran ist inhaltlich richtig, und man würde Merz auch gerne unterstützen. Doch seine Worte haben beim Koalitionspartner keine Wirkung. Nicht nur die Wirtschaftsvertreter, auch die Bürger können den Vertröstungen des Kanzlers auf die Sommer und Herbste der Reformen deshalb nicht mehr glauben."