02. Juli 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Der zum Monatsanfang ausgelaufene Tankrabatt ist ein Thema in den Kommentaren:

Eine Zapfsäule eingehängten Zapfpistolen an einer Esso-Tankstelle in Freudenberg.
Nach Ende des Tankrabatts sind die Preise direkt wieder stark gestiegen - das ist ein Thema in den Kommentaren (Symbolbild). (picture alliance / Rene Traut Fotografie / Rene Traut)
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf stellt fest, die Kraftstoffpreise stiegen...
"... massiv an. Das zeigt, wie kaputt der Wettbewerb auf dem Mineralölmarkt ist. Bei der Einführung des Rabatts im Mai hatten die Konzerne um Verständnis für die verzögerte Weitergabe geworben, weil doch noch so viel hochversteuerter Kraftstoff in den Tanks liege. Damit hatten sie insofern recht, als die Steuer beim Verlassen der Raffinerie anfällt und erst verzögert an den Zapfsäulen ankommt. Doch davon wollen die Konzerne jetzt nichts mehr wissen und schlagen die Steuererhöhung gleich weiter auf."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU beleuchtet die Taktik der Mineralölkonzerne:
"Beim Kampf um die Kundinnen und Kunden an der Tankstelle sind die großen Ketten zwar Rivalen. Zugleich bilden sie aber ein Kartell, um die Kraftstoffpreise möglichst hoch zu halten. Dabei haben sie leichtes Spiel. Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer können auf den Pkw zumindest kurzfristig kaum verzichten. Sie haben keine Wahl, sie müssen die Spritpreise hinnehmen – bis zu einem gewissen Grad. Das tägliche Spiel mit den Preisen an den Zapfsäulen lotet permanent diese Schmerzpunkte aus."
Das STRAUBINGER TAGBLATT verlangt:
"Die Bundesregierung muss sich als Lehre aus dem Energieschock sehr genau anschauen, ob sie nicht einen staatlichen Preisdeckel wie in Belgien einführt. Solange es keine strengen gesetzlichen Vorgaben gibt, werden sich Ölkonzerne die Taschen füllen. Das ist unmoralisch, aber wirtschaftlich."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG beschäftigt sich mit Deutschlands größtem Agrarkonzern Baywa, der von den Banken und Großaktionären mehr Zeit ⁠für seine Sanierung bekommt:
"Für die Landwirte in Süddeutschland, die ihren Weizen, Roggen oder Dinkel an die Baywa verkaufen, ist das passend zur Erntezeit eine gute Nachricht. Ansonsten kennt die Rettungsaktion nur Verlierer. Wie weit das Sanierungsprogramm, das bis 2030 umgesetzt werden soll, die Baywa trägt, ist heute nicht absehbar."
Die BÖRSEN-ZEITUNG fragt:
"Nach zwei Jahren drängen sich Fragen auf: Wäre ein 'Ende mit Schrecken' – die Insolvenz – nicht die bessere Lösung gewesen? Restrukturierungsexperten versichern, dass sich die immer neuen Sanierungspläne für die Gläubiger trotz aller Honorare für Anwälte und Berater auszahlen. Wer als Kreditgeber nie frisches Geld gab, hat per heute mehr als die Hälfte seines Wertes gesichert. Dagegen bleibt bei Insolvenzen je nach Besicherung oft weniger als 10 Prozent übrig. Für eine endgültige Beurteilung ist es aber immer noch viel zu früh."