03. Juli 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die Meinungsspalten beschäftigen sich unter anderem mit den neuen Reformplänen der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht zu den Anwesenden nach einem Treffen des Koalitionsausschusses in Berlin.
Die Kommentare gehen ein auf die jüngsten Beschlüsse der Spitzen von Union und SPD zu Reformvorhaben. (picture alliance/Andreas Gora)
Die WIRTSCHAFTSWOCHE führt aus:
"Schwarz-Rot hat damit begonnen, die ausufernden Kosten des Gesundheitssektors einzudämmen. Immerhin. In der Rente wird anerkannt, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber alleine das System nicht tragen können. Richtig. Es kommt eine – wenn auch fürs Erste sehr überschaubare – Steuerreform mal nicht von den Verfassungsrichtern aus Karlsruhe, sondern aus Berlin. Überfällig. Die SPD trägt Vorhaben mit, die den Arbeitsmarkt ein wenig flexibilisieren. Endlich. Endlich. Endlich."
Die BÖRSEN-ZEITUNG findet, mit ihrem Reformpaket sende die Bundesregierung ein...
"... starkes Signal an internationale Investoren und in die eigene Wirtschaft. CDU, CSU und SPD verbreiten Aufbruchstimmung. Sie haben Einigungsfähigkeit gezeigt, um dem Standort wieder auf die Beine zu verhelfen, Bürokratie mit ungewöhnlichen Methoden zu kappen und die Finanzierung des Sozialstaats durch Strukturreformen umzukrempeln. Der Katalog der Vorhaben ist gut und lang. Die Zeit zur Realisierung ist kurz. Die Koalition muss nun auch noch beweisen, dass sie in der konkreten Gesetzgebung geeint vorangeht."
Das Magazin CAPITAL urteilt:
"Das 'Programm für Aufschwung und Beschäftigung' ist schlicht zu klein, um einen nachhaltigen Aufschwung zu entfesseln. Die von Bundeskanzler Friedrich Merz einst versprochene Wirtschaftswende ist es nicht. Der Kanzler weiß um die fehlenden Anschubkräfte des Reformprogramms. Auf die Frage, welchen wirtschaftlichen Impuls er von den Beschlüssen erwarte, antwortete Merz ausgesprochen ehrlich, dass man das nicht genau sagen könne. Diejenigen, die sich nach sieben Jahren Stagnation ein klares und starkes Aufbruchsignal von der Bundesregierung erhofft hatten, müssen enttäuscht sein."
Themenwechsel. Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS verschiebt seinen Börsengang. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG verweist auf die Begründung des Unternehmens:
"Das Marktumfeld sei volatil - was in etwa so viel heißt, als dass der realisierbare Ausgabepreis nicht den Vorstellungen entspricht. Das wiederum bedeutet, dass das Interesse von Investoren an den Rüstungsaktien nicht groß genug ist. Dazu passt, dass viele Titel in jüngster Zeit spürbare Rücksetzer erlitten haben - nach allerdings oft atemberaubenden Höhenflügen in den vergangenen Jahren. Vielleicht gibt es im Fall des Leopard-Herstellers KNDS doch spezifische Gründe für die Zurückhaltung der Investoren - wie etwa die Aussicht, dass der deutsche und der französische Staat mit zusammen 80 Prozent der Anteile nach dem Teilbörsengang den Ton angeben würden."