
Das HANDELSBLATT bemerkt zum Bundesfinanzminister:
"Dass Klingbeil – anders als vor Kurzem von ihm erhofft – eine milliardenschwere Rücklage größtenteils aufzehren muss, ist nur der offensichtlichste Beleg dafür, wie groß die Haushaltsnot ist. Auch bei den Sozialkassen, beim Klimafonds KTF oder verschiedenen Bundesbeteiligungen wie der KfW bedient sich der Finanzminister. Diese Kniffe wurden notwendig, weil Klingbeil bei den geplanten Minderausgaben und Mehreinnahmen nicht das liefern konnte, was er Ende April vollmundig angekündigt hatte."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG stellt fest, der Wehretat steige
"um fast ein Drittel. Das ist ein enormer Zuwachs. Auch die mittlere Frist ist beeindruckend: Innerhalb des Zeitraums von einer Legislaturperiode werden die Ausgaben für die Verteidigung mehr als verdoppelt. Erstmals betragen sie einen dreistelligen Milliarden-Euro-Betrag. Es gab Zeiten, in denen ein ausgeglichener Haushalt als oberste Maxime der deutschen Verteidigungspolitik ausgegeben worden war. Die sind vorbei, und das ist gut so."
Die BÖRSEN-ZEITUNG äußert zur geplanten Änderung bei der Krypto-Steuer:
"Gerecht und nachvollziehbar soll die Besteuerung von Kryptowerten aus Sicht der Bundesregierung sein. Dies insinuiert, dass Kryptoanleger heute zu wenig zahlen und dringender Reformbedarf besteht. Das Bundesfinanzministerium strebt einen Regimewechsel bei der Besteuerung an. Allerdings ist völlig ungewiss, ob dies wie beabsichtigt tatsächlich zu Mehreinnahmen führt. Zahlen kann die Regierung nicht nennen. Klar ist indessen, dass langfristig agierende Investoren in einer Welt zunehmend digitalisierter Vermögenswerte von Deutschland damit abgeschreckt werden. Zu Recht befürchtet die Branche, dass Anleger, Unternehmen und Expertise abwandern."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG geht ein auf die Absatzkrise beim Sportwagenhersteller Porsche:
"Dass Porsche nun weiter schrumpfen will und – nach einem bereits beschlossenen Jobabbau – weitere 4000 Stellen in Verwaltung und im Management streichen könnte, zeigt: Der Mythos Porsche ist in der harten Gegenwart angekommen. Ausgerechnet am Entwicklungsstandort Weissach soll fast ein Drittel der dortigen Arbeitsplätze auf der Kippe stehen. Es geht längst nicht mehr um Arbeiter am Band. Es geht um die Manager und Ingenieure. Der große Sportwagenmythos Porsche als Sanierungsfall des Sommers 2026?"
