15. Juli 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird die Diskussion um die Weitung der Ladenöffnungszeiten. Ausgelöst wurde die Debatte von der Ankündigung der Bundesregierung, die Öffnungszeiten von Bäckereien zu verlängern.

    Passanten auf der Hohe Straße in Köln, im Hintergrund sind die Schilder vieler Geschäfte zu sehen, aufgenommen im Mai 2018.
    Der Einzelhandel will mehr verkaufsoffene Sonntage. (Symbolbild) (picture alliance/Geisler-Fotopress/Christoph Hardt/)
    Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg kritisiert die Forderung des Einzelhandels, dass auch Läden am Sonntag öffnen sollten:
    "Dass sich zu wenige für eine Karriere im Handel entscheiden, liegt nicht zuletzt an den Arbeitszeiten. Käme der Sonntag hinzu, würde sich das Problem verschärfen und die Belastung für die Beschäftigten steigen. Gegen die Onlinekonkurrenz punktet der stationäre Einzelhandel mit kompetenter Beratung und besonderen Einkaufserlebnissen. Beides lässt sich besser umsetzen, wenn verkaufsoffene Sonntage die Ausnahme bleiben und mit Modenschau, Trödelmarkt oder anderen Attraktionen zum Ausflugsziel für die ganze Familie werden. Umso mehr in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, wenn viele ihr Geld zusammenhalten."
    Die TAGESZEITUNGTAZ – befürwortet hingegen verkaufsoffene Sonntage:
    "In der jahrzehntealten Debatte wird meist vergessen, dass es bereits sehr viele Branchen gibt, für die Sonntagsdienste die Regel sind. Wer am Wochenende mit dem Auto an den Badesee will, kann selbstverständlich am Sonntag tanken und später mit den Kindern an einem Stand ein Eis essen. Abends spontan ein Bier zum Fußball? Kein Ding, der Späti hat alles. Wer jetzt mit dem katholischen Sonntag-ist-Familientag kommt, dem sei gesagt: Pfarrer haben nie einen Familiensonntag, weil sie an diesem Tag brav auf der Kanzel stehen. Wer das Argument der sonntags geöffneten Shopping Malls anführt, die kleine Läden verdrängen, sollte aufhören, im Internet zu bestellen. Kleine Läden gehen nicht zuvorderst wegen der großen Ketten kaputt, sondern weil Online-Shopping boomt."
    Das HANDELSBLATT geht auf die E-Auto-Prämie ein, die die Bundesregierung zum Jahresbeginn wieder eingeführt hat:
    "Drei Milliarden Euro an Subventionen sind bis 2029 eingeplant. Doch statt der Fließbänder in Wolfsburg laufen dank dieser Finanzspritze jetzt die in Shenzhen und Austin immer schneller. Neue Daten zeigen: Die deutschen Hersteller profitieren bislang kaum von den deutschen Steuergeldern. Chinesische Hersteller wie BYD und vor allem Elon Musks Firma Tesla sind dagegen die Profiteure. Auch wenn die europäischen Tesla-Modelle in Grünheide produziert werden, es erschließt sich nicht, warum der reichste Mann der Welt Geld vom deutschen Steuerzahler erhält. China exportiert erstmals eine Million Autos in einem Monat und bedroht damit die deutsche Autoindustrie, die über Werksschließungen diskutiert und den Stellenabbau vorantreibt. Unter dem Strich kann man das so zusammenfassen: Musk lacht, BYD kassiert, und der deutsche Steuerzahler blecht."