
Das HANDELSBLATT schreibt dazu:
"Das von der Staatsführung in Peking gerne gepflegte Bild der erfolgreichen Tech-Supermacht bekommt Risse. Lange war in China von einem Wachstum der zwei Geschwindigkeiten die Rede: Schnelle Zuwächse in Zukunftsbranchen wie bei Batterien oder in der Robotik und eine langsamere Entwicklung in traditionellen Industriezweigen. Doch die Wahrheit ist: Viele der einst so wichtigen Sektoren wie die Baubranche, sie wachsen nicht langsamer, sie schrumpfen."
Das REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND beobachtet:
"Die chinesische Volkswirtschaft wird zunehmend zu einer Blackbox, in die niemand vollen Einblick erhält – und Analysen zu ihrem Zustand werden zunehmend zu reinen Projektionen. Kommentatoren, die von der Bürokratie und Behäbigkeit in Deutschland frustriert sind, sehen in der Volksrepublik eine übermächtige Industriemacht, welche die Weltmärkte derzeit im Sturm erobert. Kritiker hingegen warnen seit Jahren davor, dass das unter Xi immer autoritärer gewordene System kurz vor dem Kollaps stehe."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER konstatiert:
"Seit der Corona-Pandemie hat sich der Konsum in China nicht mehr erholt. Die Auswirkungen der Immobilienkrise halten an. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch, während die privaten Investitionen auf niedrigem Niveau stagnieren. Das ist allerdings nur eine Seite der Medaille. Ebenfalls stimmt, dass Chinas Exporte nach wie vor boomen. Die Entwicklungen in den Zukunftsindustrien, wie sie Xi im aktuellen Fünfjahresplan definiert hat, sind beeindruckend – von Robotik über E-Mobilität bis zur Künstlichen Intelligenz. Dementsprechend sehen viele Ökonomen China derzeit als eine zweigeteilte Wirtschaft. Grafisch lässt sich diese Entwicklung als K darstellen: Während ein Ast steil nach oben zeigt, fällt der andere nach unten ab. Ein kleiner Teil entwickelt sich hervorragend, wohingegen der große Rest vor sich hindümpelt."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG geht auf die Sommerpressekonferenz von Bundeskanzler Merz ein:
"Dass die zu hohen Lohnnebenkosten jetzt schon ein Wettbewerbsproblem sind, räumt selbst Merz ein. Doch vor der Aufgabe, die durch falsche Weichenstellungen auch seiner Koalition 2025 noch in die Höhe getriebenen Kosten zu senken, hat er inzwischen kapituliert. Aus Merz' Sicht wäre es schon ein Erfolg, gelänge es Union und SPD wenigstens, den weiteren Anstieg der Sätze in der Kranken- und Pflegeversicherung zu verhindern. Der Kanzler zeichnet die Grenzen seiner Macht nun klarer. Unternehmen gibt das eine bessere Kalkulationsbasis für ihre Standortentscheidungen. Leider könnten diese nun noch öfter gegen Deutschland ausgehen."
