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Startseite@mediasresHallo, liebe Traditionalisten24.01.2018

#diesejungenleuteHallo, liebe Traditionalisten

Generationendebatte, nächster Teil. Hauptdarsteller diesmal: der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert und SPD-Chef Martin Schulz. Für Ann-Kathrin Büüsker ein Beispiel dafür, wie schwer wir uns mit Veränderungen tun. Ein Einwurf der Dlf-Redakteurin.

Von Ann-Kathrin Büüsker

Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert (r) gibt dem Parteivorsitzenden Martin Schulz die Hand nach den Abstimmungen über verschiedene Anträge zu Sondierungsgesprächen für eine große Koalition. (picture alliance / Bernd Von Jutrczenka / dpa)
Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert (r) mit Martin Schulz (picture alliance / Bernd Von Jutrczenka / dpa)
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Hallo, liebe Traditionalisten,

ich weiß, ihr mögt keine Veränderungen. Ich auch nicht. Ist ja eigentlich alles ziemlich schön so, wie es ist. Man hat sich das gemütlich gemacht, und solange die Kiste noch rollt, warum was ändern? Never change a running system.

Nur: Die Veränderungen sind längst da.

Wenn die Kiste auf 'ne Klippe zurollt, sollte man drüber nachdenken, ob man nicht vielleicht doch mal was anders macht. Zum Beispiel gesamtgesellschaftlich zu beobachten, wo es knartscht, aber keiner so richtig 'n Ansatz findet.

Zu beobachten in der Politik – siehe die SPD, die lieber Posten sichert, als sich zu verändern. Und zu beobachten auch in der Medienwelt. Krise der Vertrauenswürdigkeit, Strukturwandel, sinkende Auflagen, etc., richtig dicke Bretter. 

Es muss sich was ändern, sonst: Klippe.
Nur alleine seid ihr nicht reformfähig. Etablierte Strukturen versuchen sich zu erhalten, das ist ihr Kern. Ihr braucht uns, unsere Lebenserfahrung, unsere Ideen, um diese Strukturen zu ergänzen, vielleicht aufzubrechen. Dass euch das nervt – geschenkt, schon Sokrates hatte keinen Bock auf uns. Die Jugend hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Lalala.Es ist so dumm. Natürlich kann ich alles abwerten, was mir nicht passt. Kann die Kollegen schlecht reden. Die Grünschnäbel wissen ja gar nicht, wovon sie reden. Hat Papi dir erlaubt, so lange wach zu bleiben? 

Diese Generationenkonflikte sind so oll und sie schaden mehr, als sie nützen. Im redaktionellen Alltag hervorragend zu beobachten. Nur wenn wir uns ergänzen, kommt am Ende was richtig Gutes dabei heraus. Ihr braucht uns und wir euch. Eure Erfahrung, eure Lebenswelt.

Eigentlich ist es so naheliegend und banal, dass ich mich fast schon dumm dabei fühle, es artikulieren zu müssen: Es geht darum, auf Basis von Unterschiedlichkeit gemeinsam zu arbeiten. Schlaue Medienhäuser haben das erkannt und setzen Stück für Stück auf die Unterschiedlichkeit ihrer MitarbeiterInnen. Verschiedene Lebenswelten zusammenbringen, Diversität als Ressource nutzen. Auf Basis eines größtmöglichen Erfahrungsschatzes vielfältige Themen abbilden und notwendige Entwicklungen anstoßen. Die das alte System umkrempeln können, damit es eben nicht von der Klippe kippt.

Nehmt ernst, was wir euch geben wollen. Nehmt uns ernst.

"Das haben wir immer schon so gemacht" – ist eine legitime Position. Nur, jetzt lasst es und mal anders machen. Probieren. Vertraut uns. Wir sind jung, aber nicht doof.

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