Mittwoch, 05. Oktober 2022

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Digital war gestern
Neuer Vertrag für die Nutzung von Internetquellen an Hochschulen

An deutschen Universitäten herrscht Aufruhr. Schuld daran ist ein kleiner Paragraph aus dem Urheberrecht. Er könnte das Aus für die digitalen Seminarunterlagen bedeuten und die Rückkehr zum Bibliothekskopierer.

Moderation: Benedikt Schulz | 12.11.2016

    Ein mit Studierenden gefüllter Hörsaal der Universität Hamburg.
    Die digitale Nutzung von Schriftwerken aus dem Internet zum Zweck der Lehre und Forschung wird durch den neuen Vertrag reglementiert. (imago / Lars Berg)
    Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Lehrende dürfen in ihren Seminaren und Vorlesungen nicht mehr ohne weiteres Materialien digital zugänglich machen. Die Kultusministerkonferenz hat sich mit der Verwertungsgesellschaft Wort, eine Art Gema für Autoren, darauf geeinigt, dass verwendete Quellen gemeldet werden müssen – und zwar einzeln.
    Die Regelung tritt ab dem 01.01.2017 in Kraft. Kritiker erwarten einen riesigen bürokratischen Aufwand für Lehrende. Und auch die Studierenden könnten in die Röhre gucken, wenn Dozenten in Zukunft einfach auf digitale Unterlagen verzichten.
    Campus & Karriere fragte: Welche Folgen hat die neue Regelung wirklich für Dozenten und Studierende? Bedeutet sie das Aus für digitale Seminarunterlagen? Oder ist sie eine Chance für Open Access?
    Gesprächsgäste waren:
    • Anna-Lena van Beek, Doktorandin und Dozentin an der Universität Hamburg
    • Roland Kischkel, gemeinsamer Verhandlungsführer der Kanzlerkonferenz NRW und der Landesrektorenkonferenz NRW gegenüber der VG Wort
    • Christian Sprang, Berater der Wissenschaftsverlage beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels
    Beiträge:
    - Susanne Schäfer: Bürokratisches Ungetüm? – In Osnabrück haben Dozenten die Einzelerfassung in einem Pilotprojekt getestet
    - Andreas Hermwille: Was denken Studierende über die neue Regelung? – Umfrage an der Universität Bielefeld
    Eine Sendung mit Hörerbeteiligung über Telefon 00800 – 44 64 44 64 oder per Mail an campus@deutschlandfunk.de