Reise in die USA
Diplomatischer Spagat: König Charles III. trifft Trump zu Gesprächen in Washington

Der britische König Charles III. beginnt heute einen mehrtägigen Staatsbesuch in den USA. Es ist keine ganz einfache Reise, denn die bilateralen Beziehungen sind angespannt - vor allem wegen wiederholter Kritik von US-Präsident Trump an der britischen Regierung.

    Präsident Donald Trump gestikuliert neben dem britischen König Charles III., bevor er Schloss Windsor verlässt.
    König Charles III. reist in die USA und trifft auch Präsident Trump. (Evan Vucci/AP/dpa)
    Charles wird mit seiner Frau, Königin Camilla, in Washington erwartet. Geplant sind ein Gespräch mit US-Präsident Trump im Weißen Haus und ein Staatsbankett. Außerdem wird Charles eine Rede vor dem US-Kongress halten. Anlass ist der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.
    Die Deutsche Presse-Agentur schreibt, der Ton im Vorfeld sei ein ganz anderer als noch im vergangenen Jahr bei Trumps Staatsbesuch in Großbritannien. Trump äußerte sich zuletzt mehrfach verärgert darüber, dass die britische Regierung eine aktive Beteiligung am Krieg gegen den Iran ablehnt.
    Unsere Großbritannien-Korrespondentin Christine Heuer berichtet, dass Beobachter schon mutmaßten, der König sei alles andere als begeistert über seine Reise in die USA. Der Journalist Jon Sopel etwa zitiere in seinem Podcast aus der Pressemitteilung des Königshauses. Dort heiße es, dass das Königspaar "on advice of His Majesty's Government" reise - also auf Anraten der Regierung. Sprich: Keir Starmer habe dem König gesagt, er solle reisen. Mit anderen Worten: Man dürfe kaum glauben, die Reise sei die Idee des Königshauses gewesen.

    Reichlich Anlass zu Zweifeln

    Christine Heuer betont, es gebe reichlich Anlass zu Zweifeln, ob der Besuch tatsächlich sinnvoll sei. Es vergehe kaum ein Tag, an dem der US-Präsident die Briten und ihren Premier nicht vor den Kopf stoße. So habe Trump bekanntermaßen über NATO-Soldaten in Afghanistan - wo 457 Briten getötet worden seien - sinngemäß gesagt, die Truppen hätten dort irgendwo hinter der Front herumgelungert. Über Starmer habe er gesagt, der sei nunmal kein Winston Churchill.

    "Schwieriger Staatsbesuch"

    Aus Sicht des Verfassungsexperten und Royal-Kenners Craig Prescott von der Londoner Universität Royal Holloway ist die Reise in die USA "zweifellos ein schwieriger Staatsbesuch für den König". Hier gelte es einen diplomatischen Spagat zu meistern, sagte Prescott der Deutschen Presse-Agentur. Das liege allerdings nicht nur an der derzeit angeknacksten Beziehung, sondern auch an der Unberechenbarkeit des US-Präsidenten.

    Wohl kein Treffen mit Epstein-Opfern

    Auch der Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und dessen Beziehungen zu Charles' Bruder Andrew wirft einen Schatten über den Besuch. Forderungen nach einem Treffen mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer wies der Palast ab. Ex-Prinz Andrew war viele Jahre mit Epstein befreundet. Das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies das stets zurück. Trotzdem einigte er sich mit Giuffre auf einen Berichten zufolge millionenschweren Vergleich.

    Reise nach New York

    Im Laufe der Woche reist das Königspaar weiter nach New York. Dort wollen die Royals unter anderem Rettungskräfte und Angehörige von Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 treffen, laut Medienberichten auch New Yorks demokratischen Bürgermeister Zohran Mamdani. Letzte Station in den USA ist Virginia, wo Charles und Camilla mit Vertretern der indigenen Bevölkerung zusammentreffen wollen.

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    Diese Nachricht wurde am 27.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.