
Eine Studie der Arolsen Archives habe zudem gezeigt, dass sich Jugendliche stärker für die Geschichte der NS-Verfolgung interessierten als frühere Generationen, sagte Wein: "Das lässt uns zuversichtlich sein, dass das Interesse bleiben wird."
Das Archiv im hessischen Bad Arolsen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten gegründet. Unter dem ursprünglichen Namen "Internationaler Suchdienst" war die Aufgabe zunächst die Suche nach Vermissten. Das Archiv gehört zum Unesco-Weltdokumentenerbe, es verwaltet und digitalisiert Dokumente zu 17,5 Millionen Opfern und Überlebenden des NS-Regimes.
Bildungsangebote sollen Antisemitismus entgegenwirken
Wein, der die Leitung des Archivs im April übernommen hat, warnte vor einem zunehmenden Antisemitismus. Als Antwort darauf setzten die Arolsen Archives auf digitale Bildungsangebote und eine lebendige Erinnerungskultur. Projekte wie #everynamecounts motivierten junge Menschen dazu, sich gegen Antisemitismus und Rassismus sowie für Demokratie einzusetzen. Die Wirkung solcher Projekte sei wissenschaftlich untersucht worden.
Der Experte für Holocaust Education und Antisemitismus-Prävention betonte, die Einrichtung sei international sichtbar und habe bereits wichtige digitale Bildungsangebote entwickelt. In den kommenden Jahren wolle er die internationale Zusammenarbeit ausbauen und Angebote für Nachkommen von NS-Verfolgten weiterentwickeln. Zudem solle das Online-Archiv niedrigschwelliger werden und noch mehr Menschen erreichen. Auch die Bildungsarbeit über Holocaust und NS-Verbrechen solle in mehreren Ländern ausgeweitet werden.
Diese Nachricht wurde am 16.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
