Projekt "E1"
Direktor des Deutschen Orient-Instituts fordert stärkere Maßnahmen gegen israelische Siedlungspolitik

Der Direktor des Deutschen Orient-Instituts Reinicke hat die aktuelle israelische Siedlungspolitik als "faktische Annexion" des Westjordanlandes bezeichnet. Darunter fallen sowohl die Anerkennung einiger Siedlungen durch die israelische Regierung, obwohl diese nach internationalem Recht illegal sind, als auch das neue Siedlungsprojekt "E1".

    Auf einem Berg stehen mehrere Häuser und einige Bäume.
    Nach internationalem Recht sind viele israelische Siedlungen im Westjordanland illegal. (Imago | APAimages)
    Das seit Jahren geplante Vorhaben sieht weitere Bauprojekte im Westjordanland vor. Reinicke sagte im Deutschlandfunk, aktuell gebe es offenbar zu wenig internationalen Druck, um das Projekt aufzuhalten. In der Vergangenheit sei ein Baustopp nach internationalen Einwänden bereits mehrmals vorgekommen.
    Reinicke, der auch ehemaliger deutscher Botschafter ist, forderte mehr Deutlichkeit von der EU und auch von der Bundesrepublik. Rein verbale Einwände reichten nicht mehr aus. Deutschland müsse alles tun, um die Option einer Zwei-Staaten-Lösung aufrecht zu erhalten. Reinicke bezeichnete EU-Sanktionen als eine Möglichkeit. Diese könnten sich etwa gegen Bauunternehmen richten, statt nur gegen radikale Siedler.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Das geteilte Land – Siedlungspolitik und ihre Folgen in der West Bank
    Diese Nachricht wurde am 20.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.