Institut für Wirtschaftsforschung
DIW-Präsident Fratzscher warnt vor pauschalen Subventionskürzungen bei Sozialsystemen

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Fratzscher hat vor einer pauschalen Subventionskürzung bei Sozialsystemen gewarnt. Fratzscher sagte im Deutschlandfunk, sollte der Pauschalvorschlag von fünf Prozent Kürzungen auch etwa für Pflege- oder Krankengeld gelten, halte er das für eine schlechte Idee.

    Prof. Marcel Fratzscher sitzt vor einer blauen Wand, er schaut nach links und trägt ein Jackett.
    Prof. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) (picture alliance / Metodi Popow / M. Popow)
    Das träfe im Zweifelsfall Menschen mit geringem Einkommen überproportional. Fratzscher mahnte bei der Debatte zur Steuerreform insgesamt an, zielgenau dort zu kürzen, wo es ökonomisch sinnvoll sei.
    Er halte die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen für sehr wichtig und geboten, sagte Fratzscher weiter. Höhere Steuern für diese Einkommensklasse seien nicht nur aus Sicht der Gerechtigkeit schwierig, sondern auch ökonomisch unsinnig, weil es die falschen Anreize setze. Unionsfraktionschef Spahn hatte zur Finanzierung einer Steuerreform eine Kürzung von Subventionen und Steuervergünstigungen um pauschal fünf Prozent vorgeschlagen.
    Fratzscher äußerte sich auch zur Forderung der SPD, den Spitzensteuersatz zu erhöhen. Die Diskussion darum werde häufig auf Basis falscher Annahmen geführt. Es gehe bei dieser zu besteuernden Gruppe nicht mehr um die Mittelschicht, sondern bereits um Spitzenverdiener. Sein Institut schlage vor, nur die oberen zwei Prozent stärker zu belasten.
    Diese Nachricht wurde am 13.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.