
Das Gutachten war vom rheinland-pfälzischen Innenministerium in Auftrag gegeben worden. Forscher in Leipzig kamen zu dem Schluss, dass der Schädel zweifelsfrei von einem modernen Mensch stammt, also einem Homo sapiens. Auch eine Radiokohlenstoffmessung 2024 war zu diesem Ergebnis gekommen. Diese war jedoch von dem Landesarchäologen, der den Fund entdeckt und als "Neandertaler" begutachtet hatte, angezweifelt worden.
Fund galt als Sensation
Der Schädel war 1997 bei Ausgrabungen im rheinland-pfälzischen Ochtendung entdeckt worden und galt als Sensation. Er wurde als Beleg gewertet, dass es in der Region Rast- und Siedlungsplätze der Urmenschen gegeben habe.
Gegen den freigestellten Archäologen läuft ein Disziplinarverfahren. Neben dem Neandertaler von Ochtendung werden derzeit weitere von ihm verantwortete Funde auf Authentizität überprüft. Darunter ist auch das "Schlachtfeld von Riol" im Landkreis Trier/Saarburg - der angebliche Fundort einer historisch bezeugten Schlacht aus dem 1. Jahrhundert.
Diese Nachricht wurde am 26.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
