
Es sagt einiges aus über den Zustand der Republikanischen Partei, wenn der US-Präsident die eigene Basis beatmen muss, um im November überhaupt wählen zu gehen.
Dieser Basis hat Donald Trump auf der Convention in Dallas geboten, was ihr gefällt. Er hat mit seinen Erfolgen geprahlt, die „Fake-News-Medien“ attackiert, über die Stränge geschlagen und nicht immer das gesagt, was man von einem US-Präsidenten erwartet. Tut so, als stünde ich zur Wahl, hat der US-Präsident seiner Basis zugerufen.
Doch das ist zugleich die Sorge, die viele Republikanerinnen und Republikaner umtreibt, die sich gerade um einen Sitz im Repräsentantenhaus bewerben oder versuchen, ihren Platz im Senat zu verteidigen. Für sie wird der Weg zu den Midterms im November ein schmaler Grat.
Trump hat bei allen wichtigen Wählergruppen verloren
Bei den Kongresswahlen wird in der Regel ohnehin die Partei abgestraft, die den Präsidenten stellt. Wenn sie nun zu einem Referendum über den Präsidenten werden, verheißt das bei dessen anhaltend schlechten Zustimmungswerten nichts Gutes.
Denn Donald Trump hat massiv bei allen wichtigen Wählergruppen verloren: jungen Wählern, Latinos, Unabhängigen. Durch die anhaltend hohen Lebensmittel- und Energiepreise, den unpopulären Krieg im Iran, seine immer neuen Bauvorhaben.
Die Zwickmühle: Die Unterstützung des US-Präsidenten ist nach wie vor wichtig. Auch die Millionen US-Dollar aus seiner Wahlkampfkasse sind ein Argument, Donald Trump nicht zu verprellen.
Einige Republikaner versuchen auf Distanz zu Trump zu gehen
Doch der Präsident hat sich im anlaufenden Wahlkampf immer wieder als alles andere als ein hilfreicher Unterstützer erwiesen. Es scheint ihm unmöglich, die wirtschaftlichen Nöte von Wählerinnen und Wählern angemessen zu adressieren.
Und so sind einige Republikanerinnen und Republikaner in Dallas gar nicht erst aufgetaucht, sie versuchen, eine gewisse Distanz zwischen sich und dem Präsidenten zu bringen. Das wird nicht einfach sein. Trump hat dieser Partei zu ihrem Aufstieg verholfen. Sie hat sich von ihm mitreißen lassen und droht nun, von ihm mitgerissen zu werden.
Angst vor den Demokraten
Die Antwort, die der US-Präsident und die Führungsriege anbieten: Wer nicht für Trump ist, kann gegen die Demokraten sein. Denn nicht nur Begeisterung für Donald Trump, auch Angst, was kommt, wenn sein Kurs gestoppt wird, ist ein guter Treiber für unentschlossene Wähler.
In Dallas hat Donald Trump außerdem jedem Amerikaner 5000 Dollar in Aussicht gestellt, wenn die Republikaner Senat und Kongress gewinnen. Geschenkt, dass er dazu weder die verfassungsrechtliche Kompetenz noch die finanziellen Möglichkeiten hat. Auch die Versuche, den Wahlprozess durch letzte Änderungen bei der Briefwahl zu beeinflussen, sind noch nicht vom Tisch.
Das zeigt, wie weit Trump bereit ist zu gehen. Aber es ist noch nicht ausgemacht, ob ihm die Kandidatinnen und Kandidaten vor den Midterms auf diesem Weg folgen werden.












