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Doping
Amnestie für Meldonium-Sünder?

Spätestens seit dem Fall des russischen Tennisstars Maria Scharapova sorgt die Substanz Meldonium in der Sportwelt für Aufsehen - auch, weil trotz des Verbots seit Jahresbeginn zahlreiche Sportler positiv darauf getestet wurden. Doch nun lockert die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) offenbar ihre Regeln.

Von Philipp May | 13.04.2016

Die russische Tennisspielerin Maria Scharapowa
Die russische Tennisspielerin Maria Scharapowa (picture alliance / dpa / Alberto Martin)
Tennis-Ass Maria Sharapova und Co. können auf Gnade hoffen. Die Weltantidopingagentur WADA erwägt offenbar eine Strafbefreiung für alle Athleten die vor dem 1. März positiv auf Meldonium getestetet wurden. Zumindest, wenn die gefundene Konzentration unter einem Mikrogramm pro Milliliter liegt.
Das Herzmittel, das vorwiegend in Osteuropa vertrieben wird, steht seit diesem Jahr auf der Anti-Doping-Liste. Allerdings ist bisher unklar, wie lange Meldonium nach Einnahme noch im Körper nachweisbar ist. Daher könne man nicht ausschließen, so die WADA, dass die jetzt positiv getesteten Athleten das Mittel noch vor dem 1. Januar eingenommen haben.
Bisher sind rund 140, vor allem russische Sportler mit Meldonium im Körper erwischt worden, unter ihnen auch Tennisstar Scharapova.
Moskau: "Richtige Entscheidug"
Zuletzt hatte Russlands Sportminister Witali Mutko rechtliche Schritte gegen die WADA wegen der Meldonium-Problematik angedroht. Dementsprechend positiv fielen nun die Reaktionen aus Moskau über die, wie es hieß, "richtige und ausgewogene Entscheidung" der WADA aus.
Der Chef des russischen Tennis-Verbandes Schamil Tarpischchev erklärte, er glaube, dass Scharapova schon bald auf die Damentour zurückkehren werde. Und zwar nach einem Treffen mit dem Internationalen Tennisverband am 21. April.
Kritik kommt dagegen aus der deutschten Tennis-Szene: Die WADA trete die eigene Glaubwürdigkeit mit Füßen. Traurig aber wahr, ließ Fed Cup-Teamchefin Barbara Rittner über Twitter wissen.