Dienstag, 18.06.2019
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
StartseiteSport am Wochenende"Es sprechen viele Dinge für ein Komplott"24.09.2016

Doping"Es sprechen viele Dinge für ein Komplott"

Doping oder Verschwörung? Ermittler der Staatsanwaltschaft haben eine positive Urinprobe des Gehers Alex Schwazer beschlagnahmt. Der hatte sich vehement gegen die erneuten Dopingvorwürfe gewehrt und Manipulation vermutet. "Nicht nur Schwazer, auch seinem Betreuer Donati soll damit geschadet werden", sagte Doping-Experte Thomas Kistner im DLF.

Thomas Kistner im Gespräch mit Astrid Rawohl

Urinproben von chinesischen Athleten der Olympischen Spiele in Peking werden sortiert. (dpa-Bildfunk / AP Photo / Robert F. Bukaty)
Dopingprobe vertauscht? (dpa-Bildfunk / AP Photo / Robert F. Bukaty)
Mehr zum Thema

Doping Italienischen Leichtathleten droht Verfahren

Der italienische Leichtathlet Alex Schwazer war 2012 vor den Olympischen Spielen in London positiv auf EPO getestet worden, gestand und fungierte als Kronzeuge zu Dopingfragen in der Leichtathletik. Mit dem renommierten italienischen Dopingbekämpfer Sandro Donati als Trainer im Rücken wollte er in Rio 2016 zurück auf die Sportbühne, doch dann gab es wieder eine positive Probe, diesmal auf anabole Steroide. "Es sprechen so viele Dinge für ein Komplott gegen den Aufklärer, dass die Südtiroler Staatsanwalt nun per internationalem Rechtshilfeersuchen dafür gesorgt hat, dass Schwazers damalige Dopingprobe beschlagnahmt wurde im Kölner Labor", berichtete SZ-Autor Thomas Kistner. "So ein Vorgang an sich ist alles andere als alltäglich."

Der Verdacht: Manipulation der Probe. "Die Bozener Behörden haben den gleichen Verdacht wie Schwazers Betreuer Donati, dass hier von sportpolitischer Seite nachgeholfen wurde, bei diesem Dopingfall." Nicht nur dem Kronzeugen Schwazer, auch seinem  Betreuer Donati soll damit geschadet werden, sagte Kistner. Dass es sich um eine Taktik des überführten Dopingsünders handeln könnte, sei unwahrscheinlich. "Eingedenkt der Motivlage und der vielen Fragezeichen um diesen Fall."

Das vollständige Gespräch können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk