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Doping in der DDRDopingmittel sogar in der Schokolade

Der Ruderin Cornelia Reichhelm wurde in der DDR bereits mit 13 Jahren Testosteron verabreicht. Heute leidet sie schwer unter den gesundheitlichen Folgen des Staatsdopings, sie ist voll erwerbsunfähig. Die Auswirkungen auf ihr Leben erläutert Reichhelm im Deutschlandfunk.

Cornelia Reichhelm im Gespräch mit Andrea Schültke | 19.10.2014

Zahlreiche Pillen und Tabletten liegen auf einem Tisch und auf einem Löffel.
2003 erfuhr Cornelia Reichhelm, dass sie definitiv Dopingmittel erhalten hatte. (dpa / Daniel Reinhardt)
Auf das Training, so Reichhelm, wurde immer mehr drauf gepackt: "Ich bin abends nach dem Training quasi auf allen Vieren die Treppen hoch gekrochen." Dabei hatte ihr der Sport eigentlich Spaß gemacht, die anfänglich drei Stunden Training waren ihre liebste Beschäftigung.
Aber die Belastung wurde zu groß. Erst 2003 erfuhr Reichhelm, dass sie definitiv Dopingmittel erhalten hatte. Dabei hatte sie alle Mittel verweigert, als sie befürchtete, dass ihr die Drinks und angeblichen Vitamintabletten schaden.
"Dann habe ich Schokolade bekommen, um zuzunehmen. Vor einem Jahr bekam ich einen Bericht: Die volkseigene Süßwarenfabrik hat Schokolade mit Dopingmitteln versetzt."
Heute kämpft die inzwischen 51-Jährige mit degenerativen Störungen der Wirbelsäule, ihr Herz ist wegen des massiven Anabolikamissbrauchs geschädigt, unzählige Male wurde sie an den Krampfadern operiert. Sie ist voll erwerbsunfähig und lebt inzwischen von ihrem Ersparten.
Das Gespräch können Sie als Audio-on-Demand nachhören.