Sonntag, 14. August 2022

Archiv


"Dopingforschung war Auftrag der Bundesregierung"

Wie war das Doping in Westdeutschland organisiert? Welche Rolle haben die Sportmediziner, die Politik, die Spitzensportvertreter und das Bundesinstitut für Sportwissenschaft jeweils gespielt? Welche Konsequenzen sollten aus den Erkenntnissen der noch unveröffentlichten Doping-Studie gezogen werden? Die ehemaligen Sportfunktionäre Walther Tröger und Manfred von Richthofen, die zur fraglichen Zeit aktiv waren, nehmen Stellung dazu.

Walther Tröger und Manfred von Richthofen im Gespräch mit Jessica Sturmberg | 03.08.2013

    "Man muss unterscheiden zwischen Dopingforschung und der Anwendung von Doping", sagt Walther Tröger, langjähriges IOC-Mitglied und in den 1990er Jahren Präsident des Nationalen Olympischen Komitees. Manfred von Richthofen, lange Präsident des Deutschen Sportbundes stellt fest, "der Auftrag zur Forschung wurde von der Bundesregierung erteilt". Die zentrale Frage sei, wie weitgehend Doping tatsächlich auch angewendet wurde.

    Für die Zukunft bedeutet das: "Der Sport muss sich bewegen und ein Umdenken des Staates ist nötig", sagt Manfred von Richthofen vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen aus der Aufarbeitung der DDR-Dopingvergangenheit. Es brauche eine "staatliche Flankierung, eine staatliche Federführung" im Anti-Doping-Kampf. Es benötige kein neues Anti-Doping-Gesetz, aber eine Verschärfung, meint Walther Tröger. Dazu brauche es nicht nur die "sportliche, sondern auch die ordentliche Gerichtsbarkeit."

    Hinweis: Das Gespräch können Sie bis mindestens 3. Februar 2014 als Audio-on-demand abrufen.